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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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sich lediglich darauf gründete, dass die Grossmutter des Kaisersund die des Askaniers Schwestern waren.

Nicht lange nach dem Erscheinen der Biographie Heine-mann's über Albrecht den Bären machte Colin 1 ) den Versuch,die Herkunft der Markgräfin Sophie aus dem WinzenburgerGrafenhause zu beweisen, indem er sie zu einer Schwester Her-manns IL, des letzten weltlichen Sprossen aus diesem Hause,machte. Obgleich eine solche in den Quellen völlig unbekanntist, hat es Cohn durch seine scharfsinnigen Ausführungen dochverstanden, Anhänger für seine Ansichten zu gewinnen 2 ). Erversteht zufällige Namensähnlichkeiten geschickt zu benutzen,um verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Häusern An-halt und Winzenburg herzustellen, und selbst die Sage muss ihmhelfen das Dunkel zu verscheuchen, welches die in der Kloster-kirche zu Lamspringe ruhende Tochter des Markgrafen umgiebt.Mit der Behauptung älterer anhaltischer Schriftsteller 3 ), dass dieSophie eine Gräfin von Bieneck gewesen, weiss er sich leichtabzufinden, und das kräftige Eintreten des Askaniers für dieRechte der Erben des letzten Winzenburgers im Jahre 1152 er-scheint ihm nach seinen künstlich hei'gestellten Verwandtschafts-beziehungen im hellsten Lichte. Auf wie unsicherem Grundeseine Hypothesen ruhen, musste Cohn selbst eingestehen, als ersich genöthigt sah, sie zum Theil zu widerrufen 4 ). Was seinenArgumenten etwa noch zur Stütze dienen könnte, bricht zu-sammen unter dem Gewicht der falschen Voraussetzung, Ottovon Assel und seine Schwester Sophie seien Kinder des GrafenHeinrich von Winzenburg gewesen.

Zwei Ursachen sind es, welche meines Erachtens der rich-tigen Erkenntniss der ehelichen Verhältnisse Albrechts im Wegestanden: mangelnde Kenntniss über das Asseler Geschlecht unddie unmotivierte Zurückweisung der Sophie von Bieneck alsseine Gemahlin. Letztere geschah, weil die Angaben der Ur-kunden und Chronisten mit einander in Widerspruch geriethen,wenn man sie zu einer Ehe Albrechts gebrauchen wollte, undan eine zweite Gemahlin, die ebenfalls Sophie hiess, dachteniemand. Und doch ist, wie ich glaube, die Frage nur zu lösen,

') In Forsch. VI, 529 ff.; X, 632 ff. — 2 ) Weiland a. a. 0. 8. Jahrg.(1875), 479. — 3 ) Zusammengestellt bei v. Heinemann, Albr. d. B. 411. —4 ) Forsch. Vn, 614 f.