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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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hatte. Das etwa 30000 Mann starke Heer bestand zumeist ausden Vasallen der rheinischen Fürsten; aus dem Osten und Südendes Reichs begleiteten den König mehrere Bischöfe, der Pfalz-graf Friedrich d. Ä. von Sommerschenburg, Wiprecht d. Ä. vonGroitzsch, Gottfried von Calw, Berengar I. von Sulzbach undunser Winzenburger. Ihn erkennen wir in dem comes Her-mannus, welcher mit einigen der genannten Grafen die Urkundebezeugt, durch welche der König dem Lütticher Hochstift seinealten Privilegien bestätigte. Es geschah dies am 23. December 1107zu Lüttich, wo der König nach glücklich beendetem Feldzugezur Ordnung kirchlicher Angelegenheiten verweilte 1 ).

Die Zustände im Osten zwangen Heinrich, sich jetztwiederum nach Sachsen zu wenden. Um die Mitte des Mai 1108traf er in Goslar ein; in seinem Gefolge war unser Winzenburger,denn er ist der comes Herimannus unter den Intervenienten einerdort am 17. Mai ausgestellten Urkunde, durch welche der Königden Kaufleuten zu Halberstadt die Privilegien seiner Vorfahrenbestätigt und ihnen das zollfreie Ein- und Verkaufsrecht aufallen Reichsmärkten ertheilt 2 ).

Alsbald erheischten die Verhältnisse Ungarns einen raschenVormarsch. Herzog Almus von Ungarn hatte bei dem deutschenKönige Hülfe gesucht gegen seinen Bruder Koloman, der imVerein mit Herzog Boleslav III. von Polen ihn und' den vonHeinrich V. eingesetzten Herzog Swatopluk IL von Böhmenbedrohte. Eine ansehnliche Zahl namentlich baierischer Grosser 3 )stellte sich zum Feldzuge ein. Dass auch Hermann von Winzen-burg demselben sich angeschlossen, folgt aus der Zeugenreiheeiner Urkunde, welche der König am 6. September 1108 aus-stellte, als das Heer bei Tulln an der Donau stand, und durchwelche er der Benedictinerabtei Göttweih die Donauinsel Muth-heimerwerth und alle Besitzungen bestätigt. Seinen Platz unterden Zeugen hat der comes Herimannus zwischen dem Grafen(Burggrafen) Otto I. von Regensburg und dem Grafen Gottfried

*) Lünig, Reichsarchiv XVII, 1, S. 499; Datierung nach Stumpf, R. K.Nr. 3021. 2 ) Bode a. a. 0. I, 196, Nr. 153; Posse a. a. 0. I, 2, S. 14,Nr. 16; Stumpf, R. K. III, 92, Nr. 83; N. Mittheil. V, H. 2, 42. 3 ) Auf-geführt in Urkunde Heinrichs V. vom 29. Septbr. 1108 (Stumpf, R. K. Nr. 3032)bei Fejer, Cod. dipl. Hung. II, 50.