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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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unternahm es der Kaiser, den Magdeburger Dompropst Hartwig(von Spanheim) statt seiner zum Erzbischof zu ernennen (vgl.Cap. IV und Erzbischof Heinrich von Assel auf Stammtafel II).Ihn berief er zu sich nach Lüttich, wo er Hof hielt, um ihmdie Temporalien zu verleihen, aber Graf Dietrich III. von Kateln-burg nahm den Hartwig sammt dem Magdeburger BurggrafenHermann (von Spanheim, der Oheim des Dompropstes) x ), derihn nach Lüttich begleitete, gefangen.

Als dieser Akt offener Feindseligkeit bekannt geworden,sammelte der Kaiser gegen Ende November ein Heer, um Dietrichzu bestrafen. Am 12. December 1104 kam er nach Fritzlar, avogerastet wurde. Hier beschloss sein Sohn, der bei ihm war,mit seinen Freunden den Aufruhr. Heimlich entwich er in derNacht des 12. December aus dem Lager des Vaters, und begannin Baiern, wo er mit Jubel empfangen wurde, selbständig zuregieren.

Unter den Fürsten, welche bei der Flucht des pflicht-vergessenen Sohnes mitgewirkt, wird ein sächsischer comesHerimannus genannt, den wir unbedenklich als unsern Winzen-burger ansprechen dürfen 2 ). Bekannt ist, dass es in dem nunbeginnenden Bürgerkriege dem Sohne schliesslich gelang, denVater durch List und Verrath zu entwaffnen, ihn gefangen zusetzen und ihn zu zwingen, am 31. December 1105 zu Ingel-heim dem Reiche zu entsagen. Heinrich V. Hess dann seineWahl von den zu Mainz versammelten Fürsten erneuern undtrat, nachdem ihn der Papst von jenem, dem Vater in Aachengeleisteten Eide freigesprochen hatte, die Regierung an. Alsder Kaiser endlich aus der Gefangenschaft entkommen war undmit einem Heere seiner lothringischen Anhänger gegen denschlimmen Sohn anrückte, entriss ihn der Tod zu Lüttich am7. August 1106 aller Drangsal seines Lebens, ohne vom Banneder Kirche befreit zu sein.

Wie sich die Beziehungen Hermanns v. W. zu dem jungenKönig in diesem Kriege gestaltet haben, lässt sich nicht genauerverfolgen. Gewiss ist, dass er ihm in fast allen wichtigen

Magdeburg. (Wilmans, Addit. 23 ff.). >) N. Mittheil. XII, 245 f., 261.2 ) Ann. Hildesh. in M. G. SS. III, 107; Floto a. a. 0. II, 390 f ; v. Druffel,K. Heinrich IV. u. seine Söhne (Diss.) I, 29, Note 1.