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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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d. Ä. von Groitzsch und Herimann sicher der junge Winzen-burger.

Der Anfang des zwölften Jahrhunderts bezeichnet den Zeit-punkt von Hermanns Eintritt in das öffentliche Leben, welchemdie Belehnung mit der Winzenburg seitens seines Oheims Udovorangegangen sein wird. (s. Cap. VII.)

Es war eine von den leidenschaftlichsten Kämpfen derweltlichen und geistlichen Gewalten erfüllte Zeit, zwischenwelchen eine Versöhnung unmöglich schien. Der im September1100 erfolgte Tod des Gegenpapstes Clemens III. erweckte beidem im Bann der Kirche befindlichen Kaiser den ernstlichenWunsch, sich mit Paschalis IL, seit 1099 der Nachfolger Urbans ILauf dem päpstlichen Stuhle, auszusöhnen. Allein Paschalis trauteHeinrich's Anerbietungen nicht, und der verderbliche Zwist überdie Investitur dauerte fort; ja, der greise Kaiser musste erleben,dass an Stelle seines rebellischen, die Krone verwirkten SohnesKonrad (f 27. Juli 1101) auch sein zweiter Sohn Heinrich gegenihn aufstand, obschon er bei seiner Wahl zum künftigen König(1098) und später bei seiner Krönung in Aachen (6. Januar 1099)einen Eid hatte schwören müssen, nie seines Vaters Leben undSicherheit gefährden, noch sich bei dessen Lebzeiten in dieRegierungsgeschäfte oder die Besitzungen desselben mischen zuwollen 1 ). Nachdem aber Paschalis am 3. April 1102 im Lateranauf's Neue den Bann über den unglücklichen Kaiser ausgesprochenhatte, und dieser sein dem Sohne im folgenden Jahre gegebenesVersprechen, selbst abdanken zu wollen, nicht erfüllte, zeigteLetzterer sich nicht gewillt, dies länger zu ertragen. In Regens-burg, wo der Kaiser 1103 das Weihnachtsfest feierte, trat dieseAbsicht zuerst hervor. Hier erschien einer der mächtigstenbaierischen Grossen, der Graf Sighard I. von Burghausen 2 ), mitzahlreichem Gefolge und als der lauteste Wortführer einer unterdem baierischen Adel grossgewachsenen Missstimmung. Währender in Regensburg zu Gericht sass und über einige seinerMinisterialen ein hartes und in ihre Standesgerechtsame prin-

J ) v. Druffel, K. Heinrich IV. und seine Söhne (Diss.) 25, Anm.2 ) M. G-. SS. IX, 774. Er wird auch de Schala genannt in Ann. Scheftlar.maj. (das. XVII, 335) und de Scala in Ann. Katisp. (das. 585), beide zumfalschen Jahr 1103.