37
unzweifelhaft hervor. Den älteren Forschern waren diese Daten,aus welchen sie das Fehlen einer dazwischen liegenden Generationerkannt haben würden, noch unbekannt, und die neueren folgtenjenen ohne Prüfung, liessen sieb auch wohl durch die Angabedes mehrfach citierten Moriz J ) irre führen, der Sohn des GrafenHermann von Formbach — unser erster Graf von Winzenburg— sei in der Jugend gestorben. So machte man den GrafenMeginhard von Formbach anstatt seines Sohnes zum Gemahl derGräfin Mathilde von Beinhausen.
Als Gemahlin Hermann's von Formbach und Windbergwird Mathilde von Reinhausen in baierischen Quellen allerdingsnicht genannt, dennoch kann diese Ehe auf Grund des Berichtsdes Abts Beinhard zu Beinhausen (s. Anhang) nicht angezweifeltwerden. Unsere Formbach'schen Quellen ergeben, dass Hermannnach Mathilde's Tode eine zweite Ehe mit einer Hedwig, diefür eine geborene oder verwittwete Gräfin von Deggendorfgehalten wird, schloss. Sie erscheint als Wittwe gleich nachihres Gemahls Tode in Urkunden mit ihrem Sohne (Stiefsohne),dem in Anlass des Todes seines Vaters aus Sachsen herbei-geeilten Grafen Hermann I. von Winzenburg.
Hedwig überlebte ihren Gemahl bis über's Jahr 1130 undstarb wahrscheinlich im Kloster Windberg.
Fast gleichzeitig mit Hermann von Formbach und Wind-berg, wenigstens in demselben Jahre wie er (1122), starb inBaiern auch der Graf Hermann III. von Beinhausen (Hermannuscomes provincialis de Saxonia) 2 ), der Bruder von Hermann vonFormbachs (erster) Gemahlin Mathilde und Gründer des KlostersBeinhausen. Wie wir aus der Einleitung wissen, hatte er nachder Gründung (1112 oder etwas später) die Heimath verlassenund sich zu seiner Schwester nach Baiern begeben.
») a. a. 0. 126. — 2 ) Auetarram Claustroneob. in M. Gr. SS. IX, 628;Chron. Claustroneob. bei Rauch, SS. r. Austriae. I, 54.