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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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erledigt erklärt 1 ). Daraus ergiebt sich mit Wahrscheinlichkeit,dass die Geschwister des Gebannten durch das Versprechen derUmwandlung ihres Schlosses zu Eeinhausen in ein Canonicat-stift den Papst zur Lösung des Bannes bewegen wollten.

Zur Erläuterung des Vorstehenden, sowie zum besserenVerständniss der Winzenburg'schen Geschichte will ich zumSchluss die hauptsächlichsten Irrthümer beleuchten, in welchedie Geschichtschreiber des Winzenburgischen Geschlechts ge-rathen mussten, so lange mangelhafte Kenntniss der ReinhäuserGenealogie sie verhinderte, die historischen Verhältnisse richtigzu beurtheilen.

Die meiste Schuld an den vielen Missverständnissen fälltwohl dem Stil des Abtberichts zur Last, den Reinhard selbstals schlecht bezeichnet. Er wirft die Personen und Ereignisseso ordnungslos durcheinander und giebt so ungenügende Merk-male für die Unterscheidung der handelnden Personen, dass Ver-wechselungen um so unausbleiblicher sein mussten, als die Vor-namen in beiden Familien innerhalb der Periode, welche derAbtbericht behandelt, meist dieselben sind. Dazu kommt, dassdie neueren Forscher an der herkömmlichen Auffassung glaubtenfesthalten zu müssen, weil einige das Kloster Reinhausen be-treffende Bestätigungsurkunden aus den Jahren 11(11), 1114,1144, 1168 und andere Aufzeichnungen (vgl. Cap. V), die siefür echt hielten, ihrer Auffassung günstig waren. In Wirklich-keit sind diese Diplome ziemlich plumpe Machwerke, welche dieFälscher nach dem Muster des Abtberichts anfertigten, den sieebenso missverstanden, wie die späteren Geschichtschreiber 2 ).

Unter diesen Umständen konnten Irrthümer nicht ausbleiben,deren Folgen sich nicht bloss auf dem Gebiete der SpecialgeschichteNiedersachsens, sondern auch auf dem der Reichsgeschichte inder ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts fühlbar machten, inwelcher die Grafen von Winzenburg einen nicht zu unter-schätzenden Einfiuss auf die EntSchliessungen der Kaiser unddamit auf den Gang der Ereignisse ausübten.

') Bernoldi chron. in M. G. SS. V., 443. 2 ) Die Gründe der Fälschungensiehe Werneburg in Mittheil. d. V. v. Erfurt, H. 11, S. 41 ff. Aus ähn-liehen Gründen erweist sich auch die Bestätigungsurkunde des ErzhischofsHeinrich I. von Mainz vom J. 1148 (Leyser, H. c. Eberst. 85) als Fälschung.Vgl. Z. f. N. 1874/75, 266.