dargetlian, dass Wenck's Behauptung, Gisla, Unwan's Gemahlin,sei die Tochter Asig's (Adälrich's), also die Enkelin des SachsenHiddi gewesen, unmöglich ist. Allein darin irrt Brückner, wenner den jung verstorbenen, dem Namen nach unbekannten Sohndes Hessi Asig nennt, und die Angabe der Vita dahin versteht,dass erst dessen Sohn es war, der früh und ohne Hinterlassungmännlicher Erben verstarb.
Brückner's Irrthum beruht auf der herkömmlichen, abermindestens sehr zweifelhaften Annahme, Hessi sei gleichbedeutendmit Hiddi. Unter Berufung auf die Kaiserurkunde vom 9. Mai 813giebt er demgemäss Hiddi's Sohn Asig dem Hessi zum Sohneund lässt Hessi auf die Vermuthung hin, dass er Theodrat, dieTochter eines fränkischen Edlen, geheirathet hat, beträchtlicheGüter in Franken erwerben. Damit war für den Erben dieserGüter, den vermeintlichen Asig, die Gaugrafschaft in Frankengeschalten, und Brückner zögerte nicht, sie ihm zuzuweisen.Auch jene Güter im fränkischen Hessengau, in welchem Havaca-brunno lag, lässt Brückner seinem Asig erben, und glaubt, inihm zugleich jenen Grafen Esic (I) gefunden zu haben, dessenGemahlinnen Güter in dem wüsten Budinaveldan, sowie in denDörfern Imminghausen und Helm scheid an Corvey schenkten.
Viel einfacher und natürlicher gestalten sich diese Ver-hältnisse, wenn man den nach der Vita jung verstorbenen SohnHessi's aus Brückner's Darstellung ausscheidet und zwei ver-schiedene Familien annimmt: eine saalgauische mit Hessi ander Spitze, eine andere, die ich die reinhausische nennen will,mit Hiddi als Stammvater, die Glieder jener als erwieseneWohlthäter für Fulda 1 ), die dieser als solche für Corvey undFulda.
Aus dieser Auffassung ergiebt sich mit grosser Wahrschein-lichkeit, dass jene fränkischen Güter, welche Hessi nach Brückner'sMeinung durch seine Gemahlin gewann, altes Stammgut seinesSchwiegersohnes Unwan waren, der schon 786 in einer fränkischenUrkunde 2 ) als Zeuge aufgeführt wird und dessen Nachkommen
*) Der Asig Brückner's, welcher die Schenkungen im Saalgau an dasKloster Fulda machte, scheint der Gemahl einer ungenannten SchwesterGisla's gewesen zu sein, der Esico (Asig) hiess. — 2 ) Dronke, Cod. dipl.Fuld. Nr. 87.