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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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welche der rasche wissenschaftliche Fortschritt unserer Zeit anden Geschichtschreiber stellt, durchaus nicht mehr genügenkönnen. Dies gilt namentlich von dem seither massgebendenWerke Kokens, der uns in seiner im Jahre 1833 erschienenenMonographieDie Winzenburg und deren Vorbesitzer" ein dürf-tiges, von Verwechselungen und Irrthümern volles Gerippe derGeschichte der Grafen von Winzenburg mittheilt, das sich imWesentlichen auf die 1797 erschienene Arbeit seines VorgängersAVenck (Bd. II, 2, S. 675 ff. seiner Hessischen Landesgeschichte)stützt, ohne jedoch Licht in dessen Labyrinth von Missverständ-nissen zu bringen. Mit ziemlich umfassenden Beiträgen zurGeschichte der Grafen von Reinhausen und Winzenburg tratdann im Jahre 1866 Dr. Adolf Cohn im sechsten Bande derForschungen zur deutschen Geschichte" hervor, vertiefte sichaber, ohne in neue Bahnen einzulenken, in so gewagte Conjec-turen und willkürliche Hypothesen, dass seine Resultate als ver-fehlt erkannt werden müssen. Unter diesen Umständen darfman sich nicht wundern, dass es auch anderen namhaften Ge-lehrten der neueren Zeit, wie Waitz, Stumpf, von Giesebrecht,Bernhardi, Knochenhauer, Posse u. a. auf diesen Grundlagennicht gelingen konnte, Lücken und Dunkelheiten in der allge-meinen Geschichte aufzuklären, welche in der als richtig an-genommenen, aber wesentlich falschen Genealogie und Geschichteder Grafen von Winzenburg wurzeln.

So viel als möglich habe ich mich bemüht, für jedes Er-eigniss alle Zeugnisse aus den Quellen beizubringen. Letzterebestehen, soweit Urkunden reichen, nur aus diesen, sonst ausStellen zeitgenössischer Chronisten und Annalisten. Währenddiese ein ziemlich reichhaltiges Material liefern, ist die Zahl derUrkunden sehr gering und unter den vorhandenen befindet sichkein einziges von einem Gliede des Geschlechts selbst aus-gestelltes Dokument, in wenigen nur wird ein Winzenburger alshandelnd erwähnt. In der Hauptsache sind unsere Helden unsnur aus Diplomen bekannt, welche geistliche und weltliche