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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.

Neben dieser Schiffsverbindung, bei welcher sich dieNiederländische, die Rhein-Yssel- und die Dampfschiff-fahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein vor-zugsweise betheiligten, nahm auch das Frachtiührwesenan der Güterbeförderung einen wesentlichen Antheil. Eswurden nämlich per Achse alljährlich durchschnittlich100 000 Centner hier an- und 300 000 Centner von hierabgefahren. Letztere waren meistens Speditionsgüter,insbesondere Fabrik- und Manufacturwaaren, Wein, Liqueureund Spiritus. Im Jahre 1834 repräsentirten dieselben einenWerth von 65 000 Thalern.

Die hiesigen Spediteure Hessen es aber auch wederan Billigkeit der Spesenberechnung, noch an Umsicht undzweckmässigen Einrichtungen und Erleichterungen für denGütereigner fehlen, um mit anderen Rheinhafenstädten dieConcurrenz bestehen zu können. In Folge dessen florirtedieser Industriezweig vor allen andern in einer Weise, das^in sämmtlichen Berichten über die damaligen Handels-verhältnisse von einer stets fortschreitenden Entwickolungder Spedition die Rede ist.

Ein gleicher Aufschwung wird von dem hiesigenBanquiergeschäft gemeldet, dessen Umschlag für das Jahr1836 auf 6 Millionen Thaler geschätzt wird, wobei nochein bedeutender Theil in Staatspapieren und Actien un-berücksichtigt bleibt.

Neben diesen ganz hervorragend in der Entwickelungbegriffenen Geschäftszweigen sind in den ersten dreissigerJahren als verhältnissmässig bedeutend der Grosshandelin Colonial-, Färb- und Materialwaaren, im Droguen- undGetreidegeschäft zu erwähnen. Denselben reihen sich alsannähernd ebenbürtig folgende Fabriken, beziehungsweiseEtablissements mit fabrikmässigem Betriebe, an: ver-schiedene Zuckorraffinerieen, Bleiweiss-, Tabak- und Wagen-fabriken, Gerbereien, Tuch- und Siamosen-Manufacturenund einige Seifensiedereien; 10 Liqueurfabriken, welcheim Jahre 1833 12 000 Ohm inländischen Branntweins ver-edelten und daraus für annähernd 250 000 Thaler Fertig-fabrikate herstellten, welche Summe im Jahre 1834 sogarauf 400 000 Thal er stieg. Unter den Wagenfabriken, diecirca 180 Arbeite)- beschäftigen, ist besonders die im Jahre1818 von einem damaligen Oberpostsecretair Willmannseingerichtete König]. Postwagenfabrik zu erwähnen, welchealljährlich 210225 Postwagen fertigstellte. Im Anfangehatte sie nur den Zweck, die am hiesigen Platze erforder-lichen Wagen zu unterhalten; bald aber wurden ihre Leistun-gen so sehr anerkannt, dass der Bau wie die Reparaturen