470
Handel und Industrie der Ntadt Düsseldorf.
hiesigen Seifensieders. Dieser Künstler macht nämlich imJanuar 1799 bekannt:
„Ein sehr erfahrener und auf die Chemie gegründeterSeifensieder, welcher nicht nur aus gutem Unschlitt, son-dern auch aus existirenden Oehlen, sogar aus der verdorben -sten Schmierseife die allerbeste harte oder spanische Seifeverfertigen lernt, wie auch mit allen Farben die Seife v.umarmoriren und allerhand Blumen und Figuren in dieselbeauf eine ganz leichte Weise zu bringen weiss und alle ver-dorbene Seife wieder zurecht machon kann, entbietet den-jenigen, welche diese Kunst zu erlernen wünschen, seineDienste an; Liebhaber belieben sich an die Expeditiondieser Nachrichten franco zu adressiren."
Von den grösseren Waarengeschäften wird nach denAngaben der vorhin citirten Wochenblätter bis zum Jahre1800 nur eine Tapetenhandlung genannt, was um so mehrzu verwundern ist, als die Spedition damals hier schonflorirte, und der hiesige Getreidehandel nach einer Mit-theilung vom Jahre 1776 in jener Zeit hier in hoher Bluthestand. Der Buchhandlungen waren 1770 schon vier hier.
Erwähnenswerth ist auch noch die hier bestehendeKurfürstliche Handlungs-Akademie, von welcher die Wochen-blätter unter dem 21. Mai 1778 mittheilen, dass das jähr-liche Kostgeld für die Zöglinge von 300 auf 200 Guldenherabgesetzt sei und Unterricht eilheilt werde im Schreiben,Rechnen, der doppelten Buchführung, in allen bei der Hand-lung erforderliehen Arbeiten, in der deutschen, französischen,englischen, italienischen und holländischen Sprache und inder Geographie.
Ueber den damaligen Rheinverkehr, soweit Düsseldorfan demselben betheiligt war, melden die Wochenblätter,dass in den letzten 30 Jahren des verflossenen Jahrhundert«monatlich durchsclmittlich 70 Schiffe den hiesigen Hafenanliefen, von denen 30 directe Ladung für Düsseldorf hatten.Dieselbe bestand vorzugsweise aus Kaufmannsgütern allerArt, aus Weinen, rohem Zucker, Tabak und Früchten,welch' letztere wöchentlich regelmässig durch die sogenanntenNeusser- und Grimmlinghauser-Wochenfähren hierhin ge-bracht wurden; ferner wurden Eisen, Blei, Holz, schwarzerBrand und Steine hier mit Erfolg abgesetzt. Die von hierper Schiff abgehenden Sendungen waren nach erwähntenMitthoilungen äusserst selten und beschränkten sich fastausschliesslich auf Wein und den oben genannten schwammBrand.
Folgende Verkehrsstrassen — vorzugsweise für Fracu«fuhrwerk — wurden nach einer Mittheilung des ehemaligen