Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.
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Von den beiden andern Spinnereien wurde die eine-als Kattunspinnerei 1774 auf der Flingeretrasse im Franciscusangelegt, und konnten in derselben gemäss Bekanntmachungvom Mai d. J. Kinder von 6—8 Jahren bei einem Wochen-verdienst von 30 Stüber Beschäftigung finden; die dritte,., Spinnstube" genannt, war für die im hiesigen GefängnissDetinirten schon seit 1755 eingerichtet. Eine vierte Spinnereiwurde gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zur Beschäf-tigung der Stadtarmen im Armenhause — heutigen Leih-hause — hierselbst errichtet 1 ). Neben diesen Spinnereien«xistirten damals hier — höchst wahrscheinlich in sehrbeschränktem Umfange — eine Seil-, Strumpf- und Gaze-fabrik, eine Seifensiederei, mehrere Weinessig- und eineSenffabrik, eine Färberei, eine Tabakfabrik, eine Kupfer-inid mehrere Buchdruckereien.
Das« neben den Gasthofbesitzern auch die VertreterlU.t Gewerbe ihre Fertigkeiten den Kauflustigen anzu-preisen verstanden, zeigt folgende, den vorhin gegebenenStilblüthen sich ebenbürtig anschliessende Offerte eines
l ) lieber die Annenunterstützung gegen Endo des vorigenJahrhunderts liegt ein Aufruf des Medicinalrathes A. ,T. Varnhagenvom 3. April 1787 vor, in welchem derselbe zur Unterstützung einesArinen-Kranken-Institutes, wie folgt, ersucht:
„Die Casse der werkthätigen Menschenliebe zur Verpflegung
anner Kranker beläuft sich dermalen auf 1Ö3 Rthaler 47 Stbr.-----------
Es ist nun nicht mehr zu zweifeln, dass ich bald einen kleinen An-fang mit einer einstweilen zur. Miethe zu beziehenden und gänzlicheinzurichtenden Krankenwohnung um so gewisser machen könne,als dieses Institut anjetzo durch die aus allen Standen und Glaubens-Bekannten ganz neu entstandene Philantropische Societät, derenwürdige Mitglieder sich zum Besten derselben verwenden und alsAufseher und unparteiische Zeugen der quartaliter verfügt werdendenBerechnung gütigst anerboten haben, sein vollkommenes Gewichtund Ansehen erhalten hat. Die würdigen Mitglieder sind:
Wie sehr wäre es nunmehr zu wünschen, dass der zum Bestendes Tnstituts sich so rühmlichst verwendende Verfasser des hiesigenwöchentlichen Anzeiger diese Einrichtung zur Aufmunterimg desauswärtigen Publica in seinen Anzeigen einzurücken, wieder berechtigtwürde."
1793 genehmigte der Bergische Geheimrath die Satzungen einervon den Bewohnern der Carlstadt für ihre Armen errichteten Unter-Hitützungskasse. Die Mitglieder dieses Wohltätigkeitsvereins durftenmonatlich nur 5 Stüber in die Casse zahlen; wer mehr geben wollte,musste den betreffenden Betrag heimlich an den Cassirer abliefern;auch wurde bei der Eintragung eines solchen Betrages der Name.•des Gebers nicht angegeben. Anspruch auf Unterstützung hattejoder Anne, welcher sechs Wochen lang in der Carlstadt gewohnthatte. In der Casse sollten am Jahresschlüsse nicht mehr als 100Thaler sein; für den Mehrbetrag wurden Kleidungsstücke gekauftund an ann« Kinder der Carlstadt vorschenkt. — Seit dem Jähre 1820ist die Armenpflege, wie gegenwärtig, nach Bezirken eingetheilt.