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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.

ci&ss, da viele Kauf- und Handelsleute neuerlichin die Stadt gezogen und das Commercium extendirtworden, nöthig sei, den Bürgern zur mehreren Sicher-heit des Gewerbes die Einquartierung zu nehmen; auchmüsse der Hafen vergrössert, das Gebäu 1 ) auf der Citadellebefördert und diese und andere Einrichtung den Agentenin Köln, Brüssel, Haag und Maestricht bekannt gegebenwerden."Ueber die Frequenz auf den damals von hier ausgehen-den Verkehrsstrassen, sowie über die Bedeutung der da-maligen Verkehrsmittel haben wir ausser dürftigen Nach-richten über die ersten Postwagencourse und vereinzeltenMittheilungen über die Rheinschifffahrt, keine weiterenAufzeichnungen.

Hiernach soll der erste Postwagen 8 ) im Jahre 1668von hier nach Nymwegen abgefahren und dem FuhrmannMaurenbrecher die Erlaubniss zur Unterhaltung dieserVerbindung ertheilt worden sein.

Schon bald folgen nun weitere regelmässige Post-verbindungen mit Jülich, Aachen, Köln, Wesel, Bremen,Hannover, Berlin und Hamburg. Der Personen-Fahrpreisbetrug bis Jülich 5 Schilling, bis Köln %, Aachen 1, Wesel 2,Hannover 5%, Bremen 6%, Hamburg 7% und Berlin 10Reichsthaler. Für Beförderung der Waaren wurde iy 2Reichsthaler per Centner entrichtet.

Das Briefporto war für Köln wie für Aachen auf 4 Albusfestgesetzt.

In welch' gemüthlicher Weise damals auf denPostwagencours aufmerksam gemacht wurde, geht ausfolgender Bekanntmachung hervor:

Einem hiesigen geehrten Publikum und sämmt-lichen Reisenden dient hiermit zur Nachricht, dass ichdermalen meine neue Behausung in der Carlstadt be-zogen habe, und das bisher auf der Zollstrasse bestandene

*) Eine Giesserei.

a ) In ältester Zeit gab man Reisenden, wandernden Krämernund Handwerkern, die gerade des Weges gingen, wohin man Briefebefördern wollte, solche mit; insbesondere übernahmen die Metzgerdergleichen Aufträge, weil dieselben, um Vieh zu kaufen, vielfachin die entlegendsten Gegenden reisten. Der entsprechende Lohnwurde vom Absender bedungen und bezahlt. Als das Besorgender Briefe durch die sogenanntenM etzger-Posten" bekanntwurde, kündeten dieselben ihre Ankunft auf kleinen Jagd- oderWaldhörnern an, worauf die Einwohner in dem Ablager (Herberge)des Angekommenen sich einfanden, um die mitgebrachten Briefezu empfangen und die zu versendenden zu übergeben. Wegen de»bequemen Gebrauches und ihres weit schallenden Tones wurden dieseWaldhörner im Jahre 1615 zuerst bei den Thurn und TaxisschenPosten, später in ganz Deutschland eingeführt.