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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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430 Geschichte, der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf.

gesetzt. Der Leichenzug ging um 9 Uhr Abends vom Schlosseaus, in den Strassen bildeten die beiden Regimenter derLeibgarde und das Regiment Norprath mit ihren in Trauer-flor gehüllten Fahnen Spalier. Den Zug eröffnete ein Deta-ehement der Leib-Guarde zu Fuss mit verkehrtem Gewehr.Es folgten dann Hausarme, Studenten, Magistrat, Clerus,Hofchargen, die Churfürstlichen Musikanten, Pauker undTrompeter etc. Vor der Leiche gingen Trabanten mit ver-kehrten Hellebarden und die Leib-Guar des in zwei Reihen.Alsdann folgten der Ordens-Herold, die OrdensritterSt. Huberti und Hofchargen. Den Schluss bildete einDetachement von der Leib-Guarde. Johann Wilhelm warder letzte der landesherrlichen Fürsten, welche zu Düssel-dorf ihre Ruhestätte fanden. Zu erwähnen ist noch, dassJohann Wilhelm den im Jahre 1444 von Herzog Gerhardvon Jülich und Berg gestifteten und hierauf allmälig inVergessenheit gerathenen Hubertusorden ins Lebenzurückrief.

Der Orden, dem er Statuten gab und zu dessen Gross-meister er sich selbst erklärte, bestand aus fürstlichen Per-sonen von unbeschränkter Anzahl und aus 12 Rittern gräf-lichen und freiherrlichen Standes, sodann aus einem Kanzler,Vicekanzler, Sekretär, Schatzmeister, Herold und Gar-derober. Den Rittern lag die Pflicht ob, dem Churfürstentreu und hold und gegen die Armen barmherzig zu sein. Mitdem Churfürsten Hessen sich seine Verwandten und dievornehmsten Adeligen in den Orden aufnehmen und er-legten das statutenmässige Geschenk von 100 Dukatenan die Armen. Die Obersten der drei Hubertus-Regimenterwaren gehalten, den zehnten Pfennig von ihren Einkünftenzum Vortheil des Hubertushospitals anzugeben. Aus derMilitär-Kriegskasse wurden zur Unterhaltung von 28 Per-sonen zu 3 Stüber täglich die sogenannten Hospital-Fett-männchen ausgezahlt, auch die Militärstrafgelder flössendem Hubertushospital zu. Das Hospital oder das sogenannteGasthaus mit Kirche wurde 1709 erbaut. Die Gebäudestehen jetzt noch als Theile der Artillerie-Kaserne und alsGarnisonkirche, die in ihrer jetzigen Gestalt erst 1735 voll-endet wurde, und welche bis auf unsere Tage im Mundealter Leute noch als Gasthauskirche fortlebt.

Die von Johann Wilhelm projectirte und mit Eiferbetriebene Erweiterung der Festungswerke schritt, wennauch in geringerer Ausdehnung, unter seinem Nachfolgerlangsam fort, da die Stände mit grosser Zähigkeit Geldverweigerten. Aus jener Zeit finden wir zwei Notizen,welche die Festung Düsseldorf betreffen. Die erste ist vom