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Theater und Musik.
besonders während der Sommermonate abwechselnd inElberfeld und Crefeld Vorstellungen zu geben, welche auchdazu dienten, ein etwa vorkommendes Defizit des Düssel-dorfer Unternehmens wieder auszugleichen.
Dem Geschmacke des gebildeten Publikums, welcheswie überall, so auch in Düsseldorf die verschwindendeMinderheit bildete, konnten seine Leistungen keineswegsgenügen; der Mangel eines tüchtigen Theaters machtesich gegen das Ende der zwanziger Jahre immer mehrfühlbar.
Als Wilhelm Schadow im Jahre 1826 an CorneliusStelle die Leitung der Kunstakademie übernahm, wurdesein Haus bald der Sammelpunkt eines regen geistigenVerkehrs, dessen Seele Immermann wurde. Um den Mangelan höheren theatralischen Kunstgenüssen zu ersetzen, hieltdieser während der folgenden Jahre dramatische Vorlesungenim Kreise der Künstler und Literaten, welche sich damalsin so bedeutender Anzahl um Schadow zu versammelnbegannen; dann räumten ihm die Maler ein Atelier im altenAkademiegebäude ein, in dem er nun öffentlich Vorlesungenhielt; dieses Atelier musste sich vor jeder Vorstellung kurz-weg in den kerzenhellen Salon verwandeln, dessen graueWände freilich mit allerhand Zeichnungen, Farbenskizzen,Kartons besteckt blieben. Immermann selbst sagt in denoben erwähnten Maskengesprächen Folgendes über dieseVorlesungen: „Die dilettantischen Versuche, die bei Schadowangestellt, oder durch ihn herbeigeführt wurden, halfenin dem exclusiven Kreise den Sinn für das Dramatischeerregen, der sich nun nur um so ekler von den Komödiantenabwendete, da die Liebhaber dem Bedürfniss, wenn auchkeine künstlerisch zubereitete Speise, doch etwas natür-lich Geistreiches boten. Meine Vorlesungen kamen dazu.Diese neue Art, ein dramatisches Gedicht zu rezitiren, istvon Tiek erfunden und zu einer Kunst gemacht, Holteiund Andere sind ihm gefolgt; ich schloss mich gleichfallssolcher Richtung an, und hin und wieder ist mir der charak-teristische Vortrag eines Werkes gelungen. Es bleibt frei-lich immer eine Zwitterkunst, und der Geschmack darankann sich nur in Zeiten finden, denen die Partitur ent-kommen ist. Die Darstellung nämlich ist die volle In-strumentalmusik, ein gutes Spiel auf dem Flügel aber einederartige Vorlesung — im glücklichsten Falle, der auchnur eintrifft, wenn Organ und Individualität des Vorlesersgerade besonders zum Gedichte passen. Eine Klippe desGelingens sind fast immer die weiblichen Rollen, bei derenVortrag eine gewisse Affeetation kaum zu vermeiden ist.