Theater und Musik.
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der vertriebene König Karl II. von England, der damalsin Köln lebte, dem Pfalzgrafen Philipp Wilhelm einenBesuch in Düsseldorf ab und wurde von diesem auf dasfreigebigste aufgenommen und bewirthet. Bei der Schil-derung dieses Besuchs bemerkt Clarendon (der Kanzlerdes Königs, der seinen Herrn in die Verbannung begleitethatte): ,,Les repas furent tres-longs selon l'usage de l'Alle-magne, avec des musiques differentes de voix et d'instrumens:et si elles n'etoient pas excellentes, du moins elles etoientnouvelles, le roi n'ayant pas accoutume d'en entendre desemblables."
In das 17. Jahrhundert fällt auch die erste Ausbildungund Vollendung der italienischen Oper, welche sich durchdie Gunst der Höfe bald Eingang in Deutschland ver-schaffte; in Düsseldorf wurde dieselbe verhältnissmässigschon sehr früh, nämlich 1687 von Karl Philipp eingeführt.Dieser Fürst setzte sich im Sommer dieses Jahres in brief-lichen Verkehr mit dem am Hofe zu Heidelberg lebendenComponisten Sebastiano Moratelli, ein um diese Zeit an dendeutschen Höfen sehr beliebter Musiker, um mit ihm dieAufführung von neuen Opern, welche derselbe componirthatte, in's Werk zu setzen. Ausser mehreren Briefen ausden Sommermonaten des Jahres 1687 ist uns noch der Planeiner Oper handschriftlich erhalten, welche ihren Stoffaus der Odyssee entlehnt hat. Im folgenden Jahre wurdeein zur Feier der Hochzeit Karl Philipps mit der FürstinLudovica Charlotte Radzivill von Moratelli componirtesMusikdrama, die Dido, vor einer glänzenden Versammlungin Scene gesetzt; das italienische Textbuch erschien im October1688 bei Giorgio Maria Rapparini in Düsseldorf. Ob sichdie italienische Oper am Hofe zu Düsseldorf längere Zeiterhalten hat, darüber schweigen die Nachrichten, doch scheintdies unzweifelhaft der Fall gewesen zu sein. So berichtetuns Brosius „Geschichte der Herzöge von Jülich, Cleveund Berg" Folgendes: Am 25. Mai 1660 wurde dem HerzogePhilipp Wilhelm ein Prinz Ludwig Anton zu Düsseldorfgeboren.
Bei seiner Taufe fanden grosse Lustbarkeiten,Musik von Blas- und anderen Instrumenten, Bälle undFeuerwerk statt. Zehn Pferde, welche zwei Jahre dazuunterrichtet worden waren, führten nach dem Schalle derTrompeten Tänze aus; dieses Schauspiel hatte eine MengeKölner nach Düsseldorf gezogen (vgl. Brosius p. 168). —Als am 19. Juni 1697 Johann Gaston, Grossherzog vonEtrurien, der die Wittwe des Pfalzgrafen Philipp Wilhelmzur Ehe genommen hatte, nach Düsseldorf kam, ging derJülich- und Bergische Adel und die vornehmsten aus der