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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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373
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Die Baugeschichte von Düsseldorf. 373

Die gothischen Formen wurden, je weiter man in dieserPeriode vorschritt, mehr und mehr verlassen und kamenin der zweiten Hälfte derselben nur noch vereinzelt alsOrnamente in Renaissance-Facaden vor.

Bevor wir uns zu den hervorragenderen, in dieser Periodeentstandenen öffentlichen Gebäuden wenden, müssen wirnochmals das bedeutendste aller überhaupt vorhandenenBauwerke, das herzogliche, später kurfürstliche Schlosserwähnen, welches von der Mitte des 16. bis zum Ende des18. Jahrhunderts mehrfache, zum Theil sehr eingreifendeVeränderungen erlitt.

Obwohl gegen Ende des 16. Jahrhunderts das Schlosssich in recht schlechtem baulichen Zustande befundenhaben muss, 1 ) so wurden doch nur die dringend not-wendigen Instandsetzungen ausgeführt und erst nach dem

') Die Stände scheinen dem Herzog Johann Wilhelm die Mittelzur Instandhaltung des Schlosses verweigert zu haben, denn er war1595 genöthigt, zur Bestreitung von Reparaturkosten 3 Häuser zuverkaufen. (Strauven a. a. O. S. 30.)

führung der Renaissanceformen in die Architektur zu An-fang dieser Periode hatte man, wenigstens hinsichtlichder Facadengestaltung, kein besonderes Glück; es ist ausdieser ganzen Periode kein einziges öffentliches oder Privat-Gebäude mit hervorragend künstlerisch ausgeführter Facadevorhanden. Die Anwendung der neuen Stilformen, dieübrigens bei öffentlichen Gebäuden meistens der römischen,bei den Privatgebäuden fast ausschliesslich der deutschenRenaissance entnommen wurden, beschränkte sich haupt-sächlich auf die Ausschmückung der Giebel und Portaleund zwar bei ersteren meistens auf die Herstellung einermittelst starkgeschwungener Voluten gebildeten Giebel-Silhouette. Ausserdem wurden wohl auch am Giebel oderan dem häufig vorkommenden Mittelrisalite dorische odertoskanische Anten, unter den Fenstersohlbänken Consolenmit oder ohne Festons angebracht, aus welchen Kunst-formen in vielen Fällen die gesammte künstlerische Aus-schmückung der Häuserfronten bestand.

In Herstellung ästhetisch wirksamer Innen-Architek-turen war man erfolgreicher. Ausser in einigen Kirchenund profanen öffentlichen Gebäuden wurden auch in Privat-häusern in auffallend grosser Zahl künstlerisch ausgestatteteRäume geschaffen, insbesondere zeigte sich in der An-fertigung von Stuckdecken, Hausteintreppen und schmiede-eisernen Geländern eine nicht gering zu schätzende Ge-schicklichkeit.