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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Die Baugeschichte von Düseeidorf.

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Auch die sonstigen, auf Erweiterung der Stadt nachSüden gerichteten Pläne des Kurfürsten konnten nichtzur Ausführung gebracht werden, weil die Stände die Be-willigung der Kosten verweigerten. Die Ausdehnung derFestungswerke, die sogenannte Extension, wurde deshalbauf eine Linie beschränkt, welche ungefähr an der Eckeder heutigen Königsallee und Königsstrasse bei den altenFestungswerken begann, bis zur Gegend der Bahnhöfelief und von da die Richtung nach dem Schwanenmarktnahm und sich an die Citadelle wieder anschloss.

Zur Verbindung der Stadt mit der Extension wurdedas Stadtbrückchen angelegt; eine zweite nach der Citadelleführende Brücke war am Franziskanerkloster, der jetzigenMax-Pfarrkirche, vorhanden.

Wenn somit auf den im grossen Stile gehaltenen Plänenund Absichten Johann Wilhelms, seine Residenz zu ver-grössern, offenbares Missgeschick ruhte, so waren seineBemühungen um die Verschönerung der damals bestehen-den Stadt, in der er Künste und Gewerbe zu einem vorhernicht gekannten Aufschwünge gebracht hatte, um so mehrmit Erfolg belohnt. Viele aus älterer Zeit stammende Häuserwurden im Aeussern verschönert, Lücken in den Häuser-reihen ausgefüllt und überhaupt eine regelmässige Bauartsowie die Innehaltung gerader Fluchtlinien in den Strassenvorgeschrieben, desgleichen wurde das erste Reglementfür Reinigung und Beleuchtung der Strassen erlassen. Nachdem im Jahre 1716 erfolgten Tode Johann Wilhelms tratin der baulichen Entwickelung Düsseldorfs eine Jahrzehntelange Ruhepause ein; es wurden zwar in und ausser derStadt eine grössere Anzahl öffentlicher Gebäude, wie z. B.die Galleriegebäude, der Marstall, das Gouvernementshaus,der Jägerhof u. A., zum grössten Theile unter Leitung desGrafen Goltstein aufgeführt, aber neue Strassen und Plätzesind bis 1787 nicht angelegt Worden. In diesem Jahre wardeine in ihren Folgen noch in der Gegenwart sehr wichtigeund bedeutungsvolle Aenderung angebahnt.

Da durch den oben erwähnten weiteren Ausbau derFestungswerke nach Südosten die bisherige Südfront vomFlinger- bis zum Bergerbastion entbehrlich geworden war,so begab man sich daran, diese Front zu schleifen, dasTerrain einzuebnen und auf der gewonnenen grossen Flächeein neues Stadtviertel, die Karlsstadt, anzulegen. (Vergl.Fig. 8 und 9.) Die Pläne zur Bebauung waren auf Ver-anlassung der Regierung durch mehrere Artillerie- und Genie-offiziere entworfen worden. Anfänglich wurde die Baulustder Privatleute durch den für die Quadratruthe Grund