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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Die Baugeschichte von Düsseldorf.

Aenderung ein, welche durch die im Jahre 1614 vom Pfalz-grafen Wolf gang Wilhelm begonnene, im Jahre 1620 fort-gesetzte Erweiterung der Fortification veranlasst war(Fig. 3). Durch dieselbe wurden die bisher als Wallgängebestandene Neu- und Wallstrasse, sowie der Parade- jetzigeFriedrichsplatz, geschaffen. Ausser den vier Bastionenam Eiskeller, am Mühlenplätzchen, am alten Flingerthoreund am Bergerthore (Fig. 3 No. 14) wurde auch die bereits1552 begonnene Citadelle auf der Südwestseite der Stadtmit zwei Bastionen nach der Neustadt hin und mit einerBastion am damaligen Hafen (Fig. 3 No. 57) gegenüberdem Rheinörtchen, ausgebaut. Auch hatte dieser Umbauder Festungswerke die Verlegung des Flingerthores andas Ende der neuangelegten Communicationsstrasse unddes Bergerthores in die Courtine der Citadelle, wo es nochjetzt steht, zur Folge. Zum Zwecke der Verbindung derStadt mit der Citadelle wurde an der dort gelegenen Mühle 1 )eine Brücke hergestellt. Die Besiedelung der Citadelle wurde1641 begonnen.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurdendie Hafenstrasse, die Citadellstrasse mit ihren Neben-gassen, 2 ) die Dammstrasse und im Jahre 1709 die Neu-stadt angelegt. In letzterer beabsichtigte Kurfürst JohannWilhelm mit Rücksicht auf den beginnenden Verfall desalten Schlosses ein neues Schloss von gewaltigem Umfangenach einem in reicher italienischer Renaissance gehaltenenEntwürfe zu bauen, der noch jetzt im historischen Museumaufbewahrt wird. Er gab aber diese Absicht wieder auf,was die Gegenwart Grund hat, tief zu bedauern. Die Er-bauung eines Schlosses auf der Südseite der Stadt in un-mittelbarer Nähe des Rheines würde eine gesunde undkräftige Entwickelung der an den Strom stossenden Stadt-theile zur Folge gehabt haben, wie solche in sämmtlichenRheinstädten von einiger Bedeutung stattgefunden hatund auffallender Weise nur in Düsseldorf unterbliebenist. 3 ) Die verkümmerte, zum Theil hässliche Gestaltungder meisten am Rheine gelegenen Strassen des südlichenTheiles der Stadt würde unmöglich gewesen sein und Düssel-dorf vom Rheine her einen erfreulicheren Anblick als jetztbieten, wenn der Bau des neuen Schlosses nach dem dafürbestimmten Entwürfe zur Ausführung gekommen wäre.

*) Hofmühle.

a ) Die letztgenannten auf dem Terrain des alten SchloHSgarten«,wovon die Orangeriestrasse ihren Namen erhalten hat.

B ) Die Ausnahme hiervon, welche der Marktplatz mit seinernächsten Umgebung macht, ist auf die Nähe des alten Schlosseszurückzuführen.