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Die Baugeachichte von Düsseldorf.
Für die Grenzbestimmung der folgenden Periode er-scheint die Zeit am geeignetsten, in welcher als Folge derFestsetzungen des im Jahre 1801 abgeschlossenen Friedenszu Luneville die Stadt nach jahrhundertelanger Ein-schnürung durch Festungswerke von diesen befreit und indie Lage gesetzt wurde, sich auszudehnen, und sich durchAnlegung von freien Plätzen, breiten Strassen mit schattigenBaumreihen und von mustergültigen Parkanlagen zu ver-schönern.
Die dritte Periode, in welcher sich Düsseldorf zurGrossstadt ausbildet, reicht vom Anfange des Jahrhundertsbis zur Gegenwart und wird zugleich durch die Umgestal-tung der Bahnhofsanlagen abgeschlossen, welche der räum-lichen Entwickelung der Stadt für lange Zeit die Linievorschreibt, innerhalb welcher sie sich zu bewegen habenwird.
I. Die bauliche Entwickelung Düsseldorfsbis zum Jahre 1550.
Ueber den Ursprung Düsseldorfs sind verbürgte Nach-richten nicht auf uns gekommen. Es ist zwar von einigenGeschichtsschreibern behauptet worden, dass von Grim-linghausen und Niederkassel aus, wo sich Castelle der Römerbefanden, eine römische Niederlassung auf der Stelle derjetzigen Stadt Düsseldorf gegründet worden sei, indes»ist kein einziger stichhaltiger Beweis für die Richtigkeitdieser Behauptung beigebracht worden. Dagegen stehtes zweifellos fest, dass römische Legionen auf ihren Zügenin das innere Germanien unsere Gegend wiederholt betretenhaben; ein Beleg für ihre Anwesenheit ist uns ausser durchveiachiedene in Oberbilk und Klein-Eller gefundene Gefässeund Münzen durch einen im Anfange des vorigen Jahr-hunderts hier ausgegrabenen Denkstein gegeben, der 1739in das Museum nach Mannheim überführt ist und folgendeInschrift hat:
D. M.P. GRATINI
PRIMI. VETR.
LEG. XXXvv 1 )H. F. G.
Weit früher als vom eigentlichen Düsseldorf erhaltenwir zuverlässige Nachrichten von dem jetzt vollständig
*) Die 30. Legion gehörte zu dem von Hermann im TeutoburgerWalde geschlagenen Heere des Varus, welches seinen Rückzug nachdem Niederrhein nahm.