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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.

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die Regierung nach Schliessung der innerstädtischen Kirch-höfe 1769 vom Stiftskapitel die Niederlegung der Kirch-hofsmauer an der Nordseite der Stiftskirche und die Trans-ferirung des dort befindlichen Kalvarienberges. Da dasStiftskapitel auf diese Forderung nicht sofort einging, wurdeBeides auf Befehl des Grafen Goltstein gewaltsamer Weiseausgeführt. Darauf Hess das Kapitel den Kalvarienberg ander Nordseite der Kirche aufstellen, wo er sich bis heutebefindet. 1 ) Ungefähr um dieselbe Zeit, um's Jahr 1770,verschwand der letzte, äussere Rest der alten Heiligthums-fahrten; die feierliche Procession zur Verehrung der Reliquien,welche am Tage des heil. Jakobus gehalten wurde, unter-blieb von da an; an ihre Stelle trat eine innerhalb der Kirchestattfindende Ausstellung und Verehrung der Reliquienam ersten Sonntag im August. Die Aufhebung des Jesuiten-ordens 1773 blieb für Düsseldorf zunächst ohne praktischeFolgen, da die Jesuiten unter dem Titel einer Congregationvon Weltgeistlichen ihr gemeinsames Leben und ihre bis-herige Thätigkeit fortsetzten; sie nahmen sogar neue Mitgliederin diese Congregation auf. Als im Jahre 1788 die aus demalten Düsseldorf nach der neu gegründeten Karlsstadt füh-rende Mittelstrasse angelegt wurde, musste das Kapuziner-kloster dieser Anlage weichen. Die Kapuziner erhieltenstatt des weggebrochenen Klosters zwei Häuser auf derEcke der Wall- und Mittelstrasse. Bei der BeschiessungDüsseldorfs durch die Franzosen am Abend des 6. October1794 wurden Kirche und Kloster der Coelestinerinnen aufder Ratingerstrasse ein Raub der Flammen.

Diese kurze Aufzählung der hauptsächlichsten, diekirchlichen Dinge betreffenden Ereignisse in der zweitenHälfte des vorigen Jahrhunderts muss auf denjenigen,welcher die Entwicklung des katholisch-kirchlichen Lebensin Düsseldorf die Jahrhunderte hindurch verfolgt hat, einenbetrübenden Eindruck machen. Das Eine oder Anderemag ja zufälligen Ursachen zuzuschreiben sein; aber ver-kennen lässt sich doch nicht, dass ein neuer Geist thätigwar, der Geist der sogenannten Aufklärung, die zwar inmateriellen Dingen Manches besserte, aber zugleich auchihre Abneigung gegen die bestehenden Verhältnisse auf demreligiösen und kirchlichen Gebiete nicht unterdrücken konnte.Man meint schon die Hammerschläge zu vernehmen, welchegegen den alten Bau geführt werden, sodass hier und da

J ) Im vorigen Jahre (1887) sind jedoch die im Laufe der Zeitsehr defect gewordenen, alten Figuren des Kalvarienberges durchneue ersetzt worden.