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Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
seits auch wieder geeignet, den religiösen Sinn im Volkezu wecken und lebendig zu erhalten. In Düsseldorf zeigtesich gerade diese Wirkung der betrübten Zeiten schliesslichauch noch darin, dass ältere, zum Theil in Verfall gerathenekirchliche Uebungen und Einrichtungen wieder hergestelltund erweitert wurden. So bestand in der Stiftskirche einealte Fundation von einem Kanonikus Johann Xantis, gemässwelcher am Oktavtag von Frohnleichnam ein Umzug umdie Kirche gehalten und täglich nach der Vesper eine sakra-mentalische Antiphone gesungen wurde. Am 6. Januar1655 beschloss das Stiftskapitel, dass fürderhin an jedemDonnerstag eine h. Messe vor dem ausgesetzten hochwür-digsten Gute und nach derselben sakramentalischer Umzugdurch die Kirche gehalten und bei der Vesper der sakramen-talische Segen ertheilt werden sollte. Da diese neue Ein-richtung sehr vielen Anklang fand, so errichtete der DechantVoetz eine sakramentalische Bruderschaft in der Stifts-kirche und machte eine Fundation für die obigen Andachtenund für eine Predigt an jedem zweiten Sonntag des Monates. 1 )Herzog Philipp Wilhelm übernahm das Protectorat derneuen Bruderschaft. — In der Kreuzherrenkirche war diealte Rosenkranzbruderschaft allmählich in Verfall gerathen.Der Subprior Adolph Eiffens stellte dieselbe 1657 wiederher und erwirkte eine neue päpstliche Bestätigung im Jahre1659. 2 ) Auch dieser Bruderschaft schloss sich der Herzog,wie einst Wilhelm L, an und nahm dieselbe in seinen beson-dern Schutz.
Der religiöse Aufschwung in Düsseldorf, welcher mitdem Regierungsantritt Wolfgang Wilhelm's 1614 begonnenhatte, dauerte auch während der ersten Hälfte des acht-zehnten Jahrhunderts in seinen Nachwirkungen noch fort.Auf Herzog Philipp Wilhelm folgte dessen Sohn JohannWilhelm, 1690—1716, zugleich Kurfürst von der Pfalz. 3 )Er ist der letzte der Pfalz-Neuburgischen Fürsten, die im
J ) Bestätigt durch Erzbischof Maximilian von Köln am 10. Januar1664, durch Papst Alexander VII. am 4. März 1664; Urkunden beiBayerle S. 247. 249.
a ) Urkunde bei Bayerle S. 249.
s ) Im Jahre 1685 starb die Linie Pfalz-Simmern aus, an welcherdie Kurwürde haftete; dieselbe ging auf Pfalz-Neuburg über. HerzogPhilipp Wilhelm, jetzt Kurfürst, verlegte seine Residenz nach Heidel-berg; in Düsseldorf blieb der Kurprinz Johann Wilhelm zurück,welcher auch als Kurfürst diese Residenz beibehielt, da Heidelbergvon den Franzosen zerstört war.