Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
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Diese Thatsachen liefern den Beweis, dass sowohl derreligiöse Sinn im Allgemeinen während des fünfzehntenJahrhunderts in Düsseldorf sich noch immer wirksam er-wies, als auch insbesondere, dass die bergischen Fürstenfortfuhren, nach dem Vorbilde Wilhelms I. den kirchlichenAngelegenheiten ihre Fürsorge zuzuwenden. Im Verhältnisszur damaligen Ausdehnung der Stadt war für die religiösenBedürfnisse ihrer Bewohner, in reichlichstem Masse gesorgt.Wenn wir auch die Thätigkeit des Kapitels für die eigent-liche Seelsorge nicht zu hoch anschlagen dürfen, so botdasselbe doch den Gläubigen einen regelmässigen und imVergleich mit andern Orten reichen und feierlichen Gottes-dienst. Jeden Morgen um fünf Uhr wurden die Mettengesungen; daran schloss sich um sechs Uhr die gesungeneFrühmesse; alsdann folgten die Stillmessen der Kanonikerund Vikare und um neun Uhr das Hochamt. Nachmittagsdrei Uhr wurde Vesper und Complet gehalten. Gepredigtwurde an allen Sonn- und Feiertagen und an den Freitagender Fastenzeit. Der Pfarrdienst lag noch immer demDechanten allein ob; doch wird es demselben nicht schwergefallen sein, namentlich für Christenlehre und Kranken-besuch, wenn nöthig, bei den Kanonikern und StiftsvikarenUnterstützung zu finden. Dazu kam dann die Thätigkeitder Kreuzherren auf der Kanzel und im Beichtstuhl. Alskirchliche Vereinigungen in jener Zeit sind die schon genannteRosenkranzbruderschaft und die Sebastianusbruderschaftzu verzeichnen. In die Oeffentlichkeit trat das religiöseLeben bei Gelegenheit der feierlichen Prozessionen, derenvier erwähnt werden, nämlich erstens die Frohnleichnams-prozession, sodann die sogenannte Reliquienprozession amFeste des h. Jakobus, welche einen integrirenden Bestand-teil der Heiligthumsfahrt bildete, und ferner je eine Pro-zession am Pfingstmontag und am Feste Kreuzerfindung.Nach Allem dürfen wir uns also wohl für berechtigt haltenzu der Behauptung, dass das religiöse Leben in Düsseldorf,soweit dieses aus äusseren Anzeichen erschlossen werdenkann, während des fünfzehnten Jahrhunderts einer kräftigenund gesunden Blüthe sich erfreute.
Mit dem Tode Wilhelm's II. erlosch der Mannesstammder Jülich-Bergischen Fürstenlinie; es folgte von 1511 bis1539 Johann I., der Friedfertige, Erbprinz von Cleve, späterals Herzog von Cleve Johann V., welcher die Tochter Wil-helms II., Maria, geehelicht hatte. Unter diesem Fürsten,mehr aber noch unter seinem Sohne Wilhelm dem Reichenfanden die religiösen Wirren des sechszehn-ten Jahrhunderts auch in Düsseldorf Eingang.