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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Politische Geschichte Düsseldorfs.

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weiterte sie durch Gründung der Neustadt; dort wollte erauch ein neues, grosses Schloss aufführen; der Plan dazuist noch erhalten. Bekannt ist es, dass die Gemäldegallerieihm ihren Ursprung verdankt und dass er eine italienischeOper hielt. Dabei verschmähte er auch nicht, persönlichan einem Schützenfeste theilzunehmen.

Sein Familienleben war nicht sehr glücklich. ZweiKinder, welche seine Gemahlin zur Welt brachte, lebtennicht lange. Maria Anna selbst starb 1689, und der Kurfürstheirathete darauf eine Tochter des Grossherzogs von Toscana,Anna Maria Loisia. Jedoch blieb diese Ehe kinderlos. Dabeiquälte die leidenschaftliche Italienerin ihren Gemahlmit Eifersucht; man erzählte, sie schleiche Abends ver-kleidet in den Strassen umher, um seine Liebeshändelauszuforschen.

Der Glanz Düsseldorfs fand ein jähes Ende, als JohannWilhelm am 8. Juni 1716 starb. Sein Bruder Karl Philipp,der ihm in der Regierung folgte die anderen Söhne PhilippWilhelms waren theils todt, theils gehörten sie dem geist-lichen Stande an löste den Hofstaat auf, entliess die vonJohann Wilhelm angestellten Künstler und verlegte denSitz der Regierung nach Heidelberg, später nach Mannheim.Die niederrheinischen Gebiete hat er als Kurfürst nie be-treten, hauptsächlich deswegen, weil die hier bestehendelandständische Verfassung seinem absolutistischen Sinnenicht zusagte; in der Kurpfalz, wo es keinen Landtag gab,fühlte er sich wohler. So wurden Jülich und Berg von ihmnur als Nebenlande behandelt. Bald aber tauchte die Frageauf, ob sie überhaupt bei Kurpfalz bleiben würden. VonKarl Philipps Kindern starben die meisten im zartestenAlter; nur eine Tochter, Elisabeth Auguste, blieb am Lebenund heirathete 1717 einen Verwandten, den ErbprinzenJoseph Karl von Pfalz-Sulzbach. Dieser musste also diepfälzischen Lande erben; Karl Philipp aber wünschte ihmauch Jülich und Berg zu übertragen. Es war fraglich, obder Vertrag von 1666 dies zuliess oder ob nicht nach demAussterben des Neuburgischen Mannsstammes diese Gebietean Brandenburg seit 1701 bekanntlich das KönigreichPreussen zurückfallen müssten. Die Frage wurde nochverwickelter, als die Erbprinzessin 1728 starb und keineSöhne, sondern nur drei Töchter hinterliess. König Fried-rich Wilhelm I. von Preussen war geneigt, sich mit Bergzu begnügen, Jiiüch dagegen dem Erbprinzen zu überlassen;er schloss 1728 mit dem Kaiser Karl VI. einen Vertrag,worin letzterer sich verpflichtete, beim Ableben Karl Philippssofort Preussen in den vorläufigen Besitz von Berg ein-