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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Aelteste Geschichte Düsseldorfs.

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anlagen nicht bloss im Gebrauche geblieben, sondern nochweitere Verschanzungen für die Bewohner nothwendiggeworden sein, indem diese nicht, wie in der römisch-germanischen Periode, bei plötzlichen Ueberfällen aufsofortigen militärischen Beistand zu rechnen hatten. Wirfinden daher ausser den ältesten noch eine Anzahl kleinererLandwehren, die nur aus einem beiderseits von einemGraben begleiteten Walle bestehn, und ebenfalls mitWarten und Zufluchtsörtern zur Aufnahme der Bewohnermit ihren Viehheerden besetzt waren. 1 ) Auch die Ge-fässe zeigen noch meistens wie im Alterthum nur einesehr geringe Kunstfertigkeit; bei den Gräbern herrschtebenso noch der Leichenbrand vor.

Eine Erinnerung an das Heidenthum bewahrt nochder jetzt unter dem NamenGrafenberg" bekannte Höhen-zug unweit Düsseldorf, welcher in Urkunden des Mittel-altersGudesberch", sowie der dortige WaldGotzbusch"undGudisbusch" genannt wird. Es kann kein Zweifelsein, dass die NamenGodesberg" undGodesbusch" einealtgermanische Kultusstätte des Gottes Wodan bezeichnen. 2 )

Erst mit der Verbreitung des Christenthums wurdendie Bewohner von der früheren unsteten Lebensweise zueiner grösseren Sesshaftigkeit geführt, fester an das übrigeschon christliche Reich angeschlossen und wandten sich,statt den Erwerb wie früher in Raubkriegen zu suchen,eifriger dem Ackerbau und der Viehzucht zu. Es bildetensich festere Niederlassungen, wodurch die Rodungen ver-mehrt wurden, namentlich durch Klostergründungen, welcheder Bodenkultur immer mehr Raum verschafften. So findenwir am Ende des 8. und zu Anfang des 9. JahrhundertsDörfer und Höfe urkundlich aufgeführt; hervorzuheben

x ) Hierher gehören grossentheils die in den neuen Beiträgenetc. als Landwehren 3. u. 4. Ordnung bezeichneten Wälle; die inunserem Kreise liegenden Schanzen aus dieser Zeit sind in denneuen Beiträgen etc. 6. F. und in Pick's Monatsschrift I, IV, V u. VIbeschrieben und durch Pläne erläutert. Da auch die späteren Ein-fälle der Normannen und Ungarn solche Wehranstalten nothwendigmachten, so kann man annehmen, dass diese Landwehren mit ihrenSchanzen vom Anfang des 7. bis zum Ende des 10. Jahrhundertshinabreichen. Da einige derselben deutlich die sächsische Befesti-gungsmethode aufweisen, so ergibt sich, dass damals ein Streifensächsischer Bevölkerung durch unsere Gegend zog, oder hier einevon Pranken und Sachsen gemischte Bevölkerung sass.

2 ) S. Harless und Crecelius ind. Zeitschrift d. ber-gischen Geschichtsvereins 7. Bd. S. 205 und 315. Westlich nichtweit vom Fusse des Berges lag, von Sumpfland umgeben, ein frän-kischer Zufluchtsort, der grösste in unserem Kreise, wovon wir einenPlan in d. neuen Beiträgen etc. 6. F. gegeben haben. Jetzt sind fastalle Spuren der Befestigung verschwunden, jedoch sind in der General-stabskarte v. 1861, Sect. Düsseldorf, noch die Umrisse gezeichnet.