I 4 GESTALTUNG D. GARTENS, BEEINFLUSSENDE MOMENTE
wachsen, weil sie darin eigene Gedanken, die ihnen freilichmeist undeutlich vorschwebten, sinnlich wahrnehmbaren Aus-druck gewinnen sehen.
Ich glaube, hiermit ist auch die Frage gegenstandslos ge-worden, ob die Hausgärten streng architektonisch oder in zwang-loser Anordnung gestaltet werden müßten. Nicht Regeln undphilosophische Erörterungen sollen meines Erachtens die Gestaltdes Hausgartens bestimmen; seine Eigenart soll vielmehr durchdie Bedürfnisse und Wünsche des Bauherrn festgelegt werden,welche durch die örtlichen Verhältnisse und durch die Erfahrungdes zu Rate gezogenen Gartenkünstlers ihre Beschränkung er-leiden.
Fragen wir, welche Momente denn in jedem Falle Einfluß aufdie Gestaltung des Gartens haben, so dürften als die wich-tigsten zu nennen sein die Größe des Grundstückes, die Ge-stalt seiner Oberfläche, seine Umgebung im allgemeinen undseine engere Umschließung durch Gebäude, hohe Mauern u.dergl., damit zusammenhängend der Grad der Besonnung; fernerdie Lage des Hauses, seine Eingänge, Fenster und innere Raum-einteilung sowie sein Stil und Charakter; des weiteren etwavorhandene Objekte, wie alte Bäume, Baulichkeiten oder Bau-reste u. ähnl., endlich die Mittel, welche für die Anlage und fürdie spätere Unterhaltung bereitstehen.
Die Größe des Gartengrundstückes ist selbstverständlich vonbesonderer Wichtigkeit. Ein schlagender Beweis für das geringeVerständnis, welches viele Kreise von Besitzenden und Gebildetendem Garten entgegenbringen, ist der Umstand, daß man beivornehmen, ja prunkvollen Wohnhäusern Gärten findet, die nichtgrößer sind als die Grundfläche der Gebäude. Dabei sind sie