IOI
DAS HAUSGÄRTCHEN MEINES FREUNDESP. IN E.
freund P. ist Professor einer höheren Schule ineiner Industriestadt. Seine ganze Sehnsucht istein eigenes Haus, wäre es auch noch so klein,und ein Gärtchen, das er seinen Gewohnheitenund Liebhabereien entsprechend benutzen könnte.Die Stadt mit ihren zahllosen Fabriken dehnt sich im wesent-lichen längs der schmutzigen Fluten des Flusses aus. IhreWohnviertel dagegen lehnen sich an die bewaldeten Hänge an.Ganz draußen an der äußersten Peripherie haben einige Bau-unternehmer Mietshäuser für eine Familie errichtet, welche,wenn auch echte Erzeugnisse des fadesten Bauunternehmer-geschmackes, eine Kolonie von eigenartigem Gepräge bilden,abseits von dem hastigen Getriebe der Geschäftsstadt. Lehrer,Beamte, kleine Rentner wohnen hier. Auf der Straße, die nurselten von einem Wagen befahren wird, spielen die Kinder,während die Väter in ihren Mußestunden hemdärmelig, mit derlangen Pfeife im Munde, kannegießern oder in den Gärtchenherumhantieren. Hier hat mein Freund gefunden, was er suchte.Das Gärtchen hinter dem Hause (Abb. 63} ist 212 qm groß.Die Grundrißskizze zeigt, daß der Unternehmer eigentlich zweiHäuser auf dem kleinen Grundstück erbauen wollte; denn esberührt zwei Straßenfronten. Aber im nächsten Jahrzehnt wirddie zweite Straße sicherlich noch nicht ausgebaut werden, undso sieht man denn jetzt über den Gartenzaun hinüber auf dieviehbeweideten Matten und Waldstücke des herrlichen Hügel-landes.