Druckschrift 
Der Hausgarten
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

DIE GRÖSSE DES GARTENS

15

vielfach so eingerichtet, daß sie mehr für die Vorübergehendenauf der Straße als für den Besitzer und seine Familie bestimmtzu sein scheinen. Ich weiß wohl, daß man städtische Häusernicht mit beliebig großen Gärten ausstatten kann, da die Par-zellierung eines Baublockes häufig der Tiefe des Gartens engeGrenzen ziehen muß. Aber in neu entstehenden Stadtviertelnwürde der Bodenspekulant die Aufteilung der Grundstücke ändernmüssen, wenn die Mehrzahl der Käufer größere Grundstückebevorzugte. Vom Spekulanten kann man die Teilung in größereParzellen nicht erwarten, da der Bodenwert sich erhöht, je mehrParzellen er aus einem Grundstücke herausschneidet. Also auchim Sinne einer gesunden Bodenpolitik liegt die Schaffung größererGärten in Villenvierteln. Wenn der Garten erst wieder als Teilder Wohnung angesehen wird, in welchem man sich zu manchenZeiten gerade so behaglich aufhalten kann als in den Räumendes Hauses, und wenn dann, was nicht ausbleiben kann, beidem Hausbesitzer wieder Freude an seinem Garten und dessenPflanzeninhalt erwacht, wird die Nachfrage nach größeren Gärtenwieder wachsen.

Am günstigsten kommt die Größe des Gartens zur Geltung,wenn die nicht bebaute Fläche eines Baugrundstückes zusammen-liegt. Die Anordnung ist nur möglich bei geschlossener Bau-weise ohne Vorgärten. Sie gestaltet sich noch vorteilhafter,wenn innerhalb des Baublocks die hintere Baulinie vorgeschriebenwird; d. h. wenn die Häuser mit ihren Hinterfronten nicht übereine vorgeschriebene Linie hinausgehen dürfen, und Hinterhäuserganz verboten sind. Die Abb. 4 zeigt einen Baublock dieserArt, welcher von der Aktiengesellschaft für Baubedarf in Kölnangelegt ist. Da die Hinterfronten hübsch ausgestaltet und mitBaikonen versehen sind, und da die Errichtung massiver Ein-