Fünfter Abschnitt. Die definitive Annahme des Arrendesystems (1684— 97). 371
haben, in einem andern — 1688/89 — war diese Position nur mit5674 Thaler berechnet worden. Die Mifswachsremissionen an die'Pächter waren dagegen viel geringer, sie betragen 1695/96 nur3800 Thaler, 1688/89, ein Jahr, in das ein nahezu durchgehendesSchafsterben fiel, nur 3450 Thaler, bei einem Gesamteinnahme-etat von und 133000 125000 Thaler immerhin nicht allzu grofseBeträge.
Vielleicht noch gröfeere Ersparnisse hat Knyphausen bei eineranderen Ausgabe gemacht, bei den Positionen für die Postfuhren undflas Verpflegungswesen der Ämter. Noch fünf Jahre nach seinem Amts-antritt hatte die Bestimmung der Arrendekontrakte, dal's die Pächter so"viel als nur immer möglich mit Postfuhren verschont werden unddafs sie das Patent vom 14. April 1679, das die Erteilung von Fuhrenund Verpflegung an Inhaber von Freipässen streng verbot 1 , inne-halten sollten, wenig Gewicht. Schon der weitere Inhalt dieser Artikelliefs ersehen, dal's es damit nicht allzu ernst genommen werden sollte,flenn es hiefs darin sogleich, dafs, wenn dennoch dergleichen Fuhrengefördert werden sollten, die Kosten dafür nach dem Verhältnis derUnterthancn-Dienstgelder abgezogen werden sollten 2 . Aber Knyp-hausen hat auch diesen Mifsbrauch , der allen Bemühungender früheren Verwaltungen so hartnäckigen Widerstand entgegen-gesetzt hatte, beseitigt. Noch der Etat der Amtskammer von 1688/89verzeichnete zwar zwei Ausgabeposten für diese Zwecke: für die „Zu-fälligen" waren, übrigens zusammen mit den Zehrgeldern der Beamtenund den Kosten der Deichbesichtigungen, 1289 Thaler angesetztund für „Post- und Abfuhren" waren 340 Thaler verzeichnet 3 . Wiegeringfügig waren schon diese Summen gegen die, die man früherdafür hatte ausgeben müssen — indessen auch sie wurden beseitigt,der Atntskammeretat für 1695/96 führt diese Positionen überhauptnicht mehr auf 4 . Was früher drei oder vier dicht auf einander
1 S. o. S. 309.
2 Art. 15 des Arrendekontrakts über das Vorwerk Drenson (Amt Gramzow)vom 17. Mai 1691 (s. u. Akten Nr. 128).
3 Rubrik Ausgaben in dem Extrakt des Kammeretats für 1688/89.
4 An dieser Stelle findet sich nunmehr nur noch die Petition „auf Zehrungd er Beamten bei Ablegung der Rechnungen, wie auch Teich-Schauen bei der Elbe,Verfertigung der Pardaunen bei der Oder, Unterhaltung des Teichgräbers desSachsendorfschen Grabens". (Rubrik „Ausgabe bei denen Ämtern und auf demB au", Amtskammerestat für Trin. 1695/96, s. u. Akten Nr. 76).
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