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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
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192 II. Buch. 2. Kap. Die Domänen.

liehen Gewalt eine so bedeutende Verstärkung ihrer hauptsächlichstenmateriellen Basis verschafft. Ein Viertel bis ein Drittel des gesamtenbebauten Bodens mochten zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts inirgendwelcher Form zum Besitze des Kurfürsten gehören 1 .

Hatte sich dieser Besitzstand auch in den Koten des dreifsig-jährigen Krieges erheblich verringert, so war er doch noch ein sehrbedeutender. Zur Zeit von Friedrich Wilhelms Regierungsantritt warenin der Kurmark 28 Ämter im Eigentum und wirklichen Mefsbrauchdes Kurfürsten 2 . Sie waren über das ganze Land verstreut, die Mittel-

1 1710 kamen in der Kurmark auf 1262 adelige und 53 Kammereidörfer652 Domanialdörfer (Beriebt Lünens, benutzt bei Sckmoller, Die preufsischeKolonisation des 17. und 18. Jahrhunderts. Schriften des Vereins für Socialpolitik.XXXII [1886] S. 25), woraus man einen modifizierten Rückschluß auf diese Zeitmachen kann. Das bestätigen zwei ihr näher stehende Daten: im Jahre 1684 ge-hörten im Kreise Oberbarnim 937 Hufen, mehr als ein Viertel des versteuertenGrund und Bodens zu den Ämtern Biesenthal und Rüdersdorf; dazu kamen noch 158Hufen im Privatbesitz des Kurfürsten. So nach dem Bericht Hängens (H. v. Peters-dorff, Beiträge zur Wirtschafts-, Steuer- und Heeresgeschichte der Mark imdreifsigiährigen Kriege. Forsch, z. Brand, u. preufs. Gesch. II [1889] S. 11).Und im Jahre 1641 gab es in Beeskow 29 ritterschaftliche Dörfer = 250 Hufenund 24 Amtsdörfer = 95Va Hufen und in Storkow 80 ritterschaftliche Dörfer =91 Hufen, 24 Amtsdörfer = 24 Hufen. (Bericht von drei Kommissaren über dieKontribution des Bees- und Storkowsehen Kreises vom 11. Sept. 1641.)

2 Soweit ich teils feststellen, teils annehmen kann, waren es im Dezember1640 folgende Ämter: Biesenthal, Chorin, Dambeck, Fehrbellin, Fürstenwalde,Gramzow, Köpnick,', Lebus, Lehnin, Lenzen, Letzlingen, Liebenwalde, Lindow,Müllenbeck, Müllenhof, Neuendorf i. d. Uckermarck, Bötzow (später Oranien-burg), Rüdersdorf, Ruppin, Saarmund, Schwedt, Spandau, Tangermünde,Trebbin, Zechlin, Zehdenik, Ziesar, Zossen. Authentische Geltung kann indessendiese Liste nicht beanspruchen, da bei einigen Ämtern nach dem Stande der Aktennur vermutet werden kann, dafs sie 1640 wirklich im kurfürstlichen Besitz waren. Der Übersichtlichkeit wegen sei hier gleich hinzugefügt, dafs in der Ämterlistevon 1695/96 (Estat der Kurf. Br. Amtskammer zu Kölln a. d. Spree für Trin. 1695bis Trin. 1696, s. u. Akten Nr. 76) sich aufser den obengenannten noch folgendefinden: Arendsee, Diesdorf, Neuendorf i. d. Altmark, Salzwedel, Burgstall, Potsdam,Wittstock. Diese 8 waren 1640, so viel nachzuweisen ist, verpfändet und zwardie vier ersten, sämtlich in der Altmark belegenen, an die altmärkische Bitterschaft,ferner Dcrnburg, das 1640 noch halberstädtisch war, Beeskow, Cottbus, Neuenbagen,Stansdorf, Storkow, die damals noch der neumärkischen Amtskammer unterstanden(so nach dem Etat von 1652/53 für die Neumark bei Zitelmann II S. 113), end-lich Biegen, Goldbeck, Löckenitz, Sydow und die Vorwerke Wachow und Bclitz,von denen die beiden ersten, soviel nachzuweisen ist, durch Ankauf, das drittedurch Rückkauf hinzugekommen sind, so dafs damals 44 Ämter und 2 einzelneVorwerke vorhanden waren.