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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
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Die Amtskammer zu Kölln und das kurmärkische Kassenwesen (165197). 167

gerade er konnte sich den Geschäften der märkischen Kammer-verwaltung nicht widmen 1 .

So war es denn nur allzusehr gerechtfertigt, dafs die Reformervon 1651 ihr Augenmerk auch auf die märkische Kammerverwaltungrichteten. Standen auch bei den Maisnahmen, die im Sommer undHerbst 1651 vorbereitet, im Dezember dieses und im Januar desfolgenden Jahres in rascher Folge ins Werk gesetzt wurden, die Be-gründung einer Centralstelle für das Kammerwesen, die Verwandlungder Naturalwirtschaft des Hofes in eine Geld Wirtschaft und die Ver-besserung der Domänenbewirtschaftung im Vordergrunde, so hat mandoch auch die Reorganisation der köllnischen Amtskammer in dasKlever Programm aufgenommen.

Für die Etatsarbeiten zunächst, die die Grundlage für die Reformbilden sollten und die man schon im Frühling 1651 begann 2 , wandtesich der Kurfürst nicht an die Amtskammer insgesamt, sondern anJoachim Schulze, der nun wieder in der Mark beschäftigt wurde,allein 3 . Bei der Hofrentei dagegen blieb es beim Alten: der Hof-rentmeister Cossel, gegen dessen Amtsführung man nichts einzuwendenhatte, wenn es auch an einzelnen Klagen über ihn nicht gefehlt hatte 4 ,

1 Dafs Isaacsohn (Beamtentum II S. 44) gerade in Bezug auf die märkischeAmtskammer von der Heranbildung eines fleifsigen, sorgfältigen, sparsamen undpatriotischen Beamtentums redet, ist nicht aufrecht zu erhalten, da doch eben dereinzige Schulze ein befähigter Beamter war. Für das, was er im besonderen überdie übrigen Mitglieder der Amtskammer (Reform S. 169 f.) sagt, habe ich in denAkten keinerlei Anhalt gefunden.

2 Schon damals berichtete die Amtskammer dem Kurfürsten, dafs die besonderenCossel und Schulze übertragenen Untersuchungen in Angriff genommen seien. (DieAmtskammer an den Kurfürsten 30. Jan. 1651.)

3 S. auch das Reskript des Kurfürsten, d. d. Kleve, 17. (27.) Septbr. 1651(als vom 19./29. datiert abgedruckt bei Isaacsohn, Reform S. 170 Anm. 1). DieAmtskammer an den Kurfürsten 24. Sept. (4. Okt.) 1651.

* So erhielt einmal die Amtskammer die Weisung, seine Rechnungen zu revi-dieren, da verlaute, dafs Cossel ziemlich nachlässig sei, keine Schmierregister halteund einigen Beamten ihre Gehälter früher, anderen später, als in Ordnung, zahle.Dagegen nahm sich dann freilich Markgraf Ernst Cossels an, er schrieb dem Kur-fürsten, Cossel habe sich beklagt, in Preufsen seien einige Leute, die ihn aus seinerStellung zu bringen trachteten, er aber könne ihn rühmen. (Der Kurfürst an dieAmtskammer 6. Nov., Markgraf Ernst an den Kurfürsten 2. Dez. 1641.)