Dritter Abschnitt. Die Knyphausensche Reorganisation (1684—97). 139
der Neuorganisation 1 von 1682 die runden Summen, die aus den ein-zelnen Provinzialrenteien der Schatulle zufliefsen sollten, beibehalten 2 ;wenigstens wurden sie so in die Generaletats eingesetzt, in Wirklich-keit wurden wohl die bestimmten Einnahmekategorien so hoch, wiesie in jedem Jahre ausfielen, zur Schatulle geliefert. Und da ihrehauptsächlichste Einnahmequelle aus den Einkünften der Forsten be-stand, so waren die Einnahmen der Schatulle dann doch in Wirklich-keit schwankender als die Etatsangaben — meist wohl zum Vorteilder Kasse, da man in die Voranschläge die Minimalsummen gesetzthaben mochte 3 .
dorf bemerkt ist, „deren Einkünfte werden Sr. K. D. ä part berechnet" und zuSchwedt „dem Hern Markgrafen Philipp Wilhelm" (Extrakt des Kammerestats vonTrin. 1688 [= 1688/89]), wie hoch sich die zu der allhiesigen Amtskammer etc. belaufen,(Estat der Amtskammer zu Kölln a. d. Spree von Trin. 1695 [= 1695/96] s. u. Akten Nr. 76),so möchte mau vermuten, dafs noch ein besonderer Fonds bestanden hat, dem danndie eine oder andere Erwerbung zugewiesen sein mag — nicht alle, denn das AmtNeustadt z. B. findet sich in dem Etat von 1695/96 unter den regulären Kammer-ämtern. Wie bedeutend diese Erwerbungen Friedrichs III. waren, ergiebt sich ausfolgender Tabelle, die sich in den Danckelmanschen Prozefsakten findet. „Spezi-fikation der Gütter, Dörfer, Herrschaften und Prätensiones, welche Sr. K. D. siederao. 1674 als Kurprinz und sieder ao. 1688 als Kurfürst acquirieret. Bei kurprinz-lichen Zeiten: Dorf Malsdorf, das halbe Dorf Martzahn, Dorf Glinike, HerrschaftWendisch-Wnsterhausen, Herrschaft Rosenburg, Dorf Teutsch-Wusterhausen, desHerrn v. Fuchs Garten, 2 Güter und 2 Mühlen im Amt Köpenick. Bei kurfürst-lichen Zeiten: Haus und Dorf Schönhausen, Dorf Lotzband oder Betzau, die DörferRosenthal, Hermannsdorf und Gut Tigel, Haus und Dorf Neuendorf, HerrschaftHasserode, Amt Neustadt a. d. Dosse, Herrschaft Masau in Pommern, die Herr-schaften Middelaer und Moyland in Kleve, Friedrichshof, Friedrichsburg, Friedrichs-walde in Preufsen, die Hohensteinischen und Güldenauischen Kollektoren, VogteiQuedlinburg, Amt Petersberg, aufserdem eine Reihe rrätensionen und Successionen.(Beilage des Vorberichts von E. Danckelman vom 10. Juli 1698.) — Dafs dieSchatulle später besondere Güter besessen hat, ist zweifellos (s. Riedel S. 55),ja schon für 1700 läfst es sich nachweisen (s. Extrakt aus der Einnahme-Jahres-rechnung der Schatulle für Trin. 1700 bis Trin. 1701 in den Miscellaneen zurGeschichte König Friedrichs des Grofsen [1878] S. 364).
1 S. o. S. 100 f.
2 S. Generaletat von 1689 (Riedel Beil. VIII) und die Designation der Ein-nahme, welche Sr. K. D. dero Kammersecretario J. J. Vietorn vom verwichnenQuartal dieses 1688. Jahres an zu rechnen in seinen Empfang zu nehmen gnädigstverordnet (u. Akten Nr. 40).
3 So verzeichnet der Generaldomänenetat von 1689 unter der Position Schatulle,Neumark 4200 (Riedel Beil. VIII), während die fortlaufenden Spezialrechnungenfür Rem. 1688/89 etwa 5650 Thlr. Forst- und Domänengefälle abzüglich der Wiesen-zinsgelder und Rem. 1689/90 etwas über 6400 Thlr. in demselben Posten nach-weisen. (Tabelle über die neumärkischen Schatull-Lieferungen von Rem. 1688 bis