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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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Zweiter Abschnitt. Zeiten langsamen Fortschritts (1674—84). 97

amter der Hofrentei. Diese selbst ward in der Verordnung sehr oftals einnehmende Stelle bezeichnet; die Hofstaatskasse sollte also nurin den Büchern als gesonderte Kasse existieren.

Die Einhaltung der Kassenquotisation wurde allen beteiligtenBehörden und Beamten, Regierungen und Amtskammern, Kammer-und Rentmeistern unter Androhung der schärfsten Strafen — bei Ver-meidung der Ungnade des Kurfürsten, militärischer Exekution undselbst der Dienstentlassung — anbefohlen.

Und in der That, jetzt zum erstenmal ward in der branden-burgischen Finanzgeschichte ein Voranschlag zwar nicht ganz, aberdoch nahezu erreicht. Die Einnahme des ersten Etatsjahres derreformierten Kasse blieb allerdings in einer Reihe von Posten hinterden Anforderungen der Hofstaatsordnung zurück, in anderen aberwurden diese pünktlich eingehalten und das faktische Gesamtresultatübertraf sogar noch, wenn auch nur dank einem glücklichen Zufalle,das projektierte um ein Beträchtliches.

Die Rechnung über die Zeit von Luciae 1680 bis dahin 1681wies nach, dafs namentlich die Einnahmen aus der Neumark nochein Defizit aufwiesen, sie hatten ungefähr 6700 Thaler statt 10 000betragen; ebenso war Kleve um 1150 Thaler hinter dem Voranschlagzurückgeblieben, Pommern gar um fast 6700. Dagegen hatten dieKurmark und Preufsen die ihnen vorgeschriebene Quote noch über-schritten, die Kurmark um etwa 8;<00 Thaler. Die übrigen Beiträgewaren genau so, wie sie vorgeschrieben, oder mit unbedeutendenDifferenzen eingeliefert. Andererseits hatte der Beitrag der Kriegs-kasse, der durchaus als regelwidrig empfunden wurde, um fast 7000Thaler herabgesetzt werden können.

Die Summe aller der ursprünglich vorgesehenen Einnahmenblieb allerdings um nahezu 27000 hinter dem Voranschlag zurück,oder unter Abrechnung der augenscheinlich mit Rücksicht auf dasgünstige Gesamtergebnis abgesetzten 7000 Thaler an Beiträgen vonder Steuerverwaltung um nahezu 20000 Thaler. Diese Differenzaber ward völlig dadurch ausgeglichen, dafs Magdeburg, dessen Ein-verleibung inzwischen vollzogen war, mit über 35 000 Thalern nunin die Reihe der beitragenden Territorien eintrat und dafs überdiesnoch fast 1 2 000 Thaler aufserordentlicher Eingänge verrechnet werden

Urk. u. Aktenst. z. Gescl. «1. Kurf. Friiidr. Wilh. N. F. I. 7