92 !• Buch. 2. Kap. Centralkassen und Goneraletats.
bürg, Minden und Kavensberg waren auch in den Einnahmen sorg-fältig spezifiziert. Aber auch sie lassen die Unterscheidung von Brutto-und Nettoeinnahmen vermissen: wo Domänen verpachtet sind, wieetwa das Amt Haufsberge im Fürstentum Minden, da wird nur derNettoertrag angegeben, wo sie verwaltet werden, das Bruttoresultatwie bei den übrigen Hündischen Ämtern, oder ebenfalls der Netto-ertrag wie bei allen magdeburgischen Ämtern. Und es leuchtet ein,dafs durch diese Ungleichheit der Einnahmeangaben auch die Zu-verlässigkeit und Vergleichbarkeit der Ausgabeberechnungen litt: dennwenn bei den Domäneneinnahmen hier die Betriebsausgaben abge-zogen, dort eingerechnet waren, so niufste diese Ungleichheit dieentsprechenden Schwankungen auch bei den Ausgaben hervorbringen.
So wäre denn eine nach heutigen Begriffen ordnungsmäfsigegenerelle Rubrizierung in Bezug auf die Einnahmen und auf einenTeil der Ausgaben nicht durchführbar gewesen. Doch darüber hätteman hinwegkommen können, es hätte doch immerhin eine Reihesehr brauchbarer Einzeletats von den verschiedenen Territorien vor-gelegen und selbst eine, generelle Berechnung, die darauf gegründetworden wäre, hätte doch nur eine Differenz von einigen TausendThalern im Vergleich zum wahren Thatbestande aufgewiesen, eineSumme, die man bei diesem ersten Anlaufe wohl hätte passierenlassen können. Aber die Übersicht, die in Wahrheit zu stände kam,hatte noch einen weit erheblicheren Mangel: es war nur ein Fragment.Das Buch, das man für den Entwurf bestimmt hatte, weist mehrweifse als beschriebene Blätter auf; gerade die drei wichtigstenTerritorien, die Kurmark, Preul'sen und Kleve-Mark, dazu nochHalberstadt — von den kleinsten Territorien abgesehen — fehlendarin l .
Man kann nun ermessen, wie es um die in der InstruktionGladebecks vorgesehene Einsendung von vierteljährlichen Rechnungs-extrakten, oder um die Nachprüfung der älteren Jahresroehnungenoder um die jährliche Rechnungsabnahme bestellt war, wenn mannicht einmal für die Kurmark, die dem Hofkaminerpräsidenten amnächsten — gleichsam mit Händen zu greifen — lag, eine Rech-nungsübersicht zu stände brachte. Und gerade von ihr hiefs es in einerBegleitanmerkung, man habe einen Etat von ihrer Kammerverwaltung
Hofkammeretat von Trinitatis 1680 (s. u. Akten Nr. 26).