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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
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42 !• Buch. 1. Kap. Die Geheime Ilofkammer und ihre Vorläufer.

Wilhelm ist auch für diesen Teil der Arbeit an seinem Staate zu raschhinweggerafft worden; nicht als ob sie nach seinem Tode ins Stockengeraten wäre, aber ein freundlicheres Schicksal hätte ihm wohl ge-gönnt, die Ernte auf dem Felde noch einbringen zu sehen, das manunter ihm besät hatte.

Oft hat der in Herrscherhäusern natürliche Gegensatz zwischenVater und Sohn, zwischen der alten und neuen Generation demStaate der Hohenzollern Heil gebracht; eine Zeit lang zurückgehalteneund doch berechtigte Meinungen und Interessen sind dadurch oftendlich zur Geltung gekommen. Und so wenig auch ein Vergleichzwischen Friedrich III. und seinem grofsen Vater zu Gunsten desSohnes ausfallen mufste, ganz ist dieser Segen auch damals nichtausgeblieben. Kunst und Wissenschaft sind von dem neuen Herrschermit einer Liberalität gepflegt worden, die das Mals dessen, wasFriedrich Wilhelm ihnen an Protektion und Förderung hat zukommenlassen, doch weit überschritten.

Aber freilich auf allen anderen Gebieten des Staatswesens standes anders und nirgends besser. Grofse auswärtige Politik zu machenwar Friedrich nicht geistesstark genug, aber auch nur die ruhig auf-bauende Arbeit, die in der Staatsverwaltung unter seinem Vorgängerinauguriert worden war, ungestört fortschreiten zu lassen, war ernicht imstande. Seine unstete Art neigte zum Wechsel von Per-sonen und Systemen und niemals, weder vorher noch nachher sindin diesem Staate um der Veränderung willen soviel Ungerechtigkeitenbegangen worden, wie unter diesem Herrscher; die Prachtliebe, dieNeigung zu allem äufseren Prunk, die all sein Thun bis zur Leiden-schaft beherrschte, hat in alles störend eingegriffen, wie sie amletzten Ende auch alle grofsen Fehler der auswärtigen Politik dieserRegierung veranlafst hat.

Nur wer sich diese Natur vergegenwärtigt, kann ermessen,welch Verdienst es war, sie durch zehn lange Jahre so zu lenkenund zu zügeln, dafs nicht nur gröfserer Schaden verhindert, sondernsogar ein produktives Fortarbeiten an dem Werk des Grofsen Kur-fürsten wenigstens in der Verwaltung ermöglicht wurde. Der RuhmEberhard Danckelmans ist es, diese entsagungsvolle und moralischeRiesenkraft fordernde Rolle auf sieh genommen zuhaben; daran wirdman immer denken müssen, will man ihn und seine Thätigkeit rechtbeurteilen. Denn sein Schaffen ward dadurch erklärlicher Weise