Bericht der Kommission. yjl
Folge umfafst die Berichte, welche die auswärtigen Höfe von ihrenGesandten und Agenten über die Verhältnisse Brandenburgs empfangenhaben. Die vierte die Berichte der brandenburgischen Gesandtenüber die besonderen Verhältnisse und Beziehungen der fremden Höfeund Kabinette. Die weiteren Folgen sollen die landständischen Ver-hältnisse, die Aktenstücke der Verwaltung, der Finanzen, der kirchlichenVerhältnisse, der Justiz, der Armee und der Marine umfassen. Dieersten vier Folgen sollten nach Droysens Meinung gleichzeitig undsofort in Angriff genommen werden; die Bände, welche auf Finanz,innere Verwaltung und Militärwesen sich beziehen, sollten erst in Be-arbeitung kommen, wenn die landständischen Verhandlungen vorlägen,und so eine feste Grundlage für das Verständnis der inneren Geschichtegewonnen sei. Man hoffte in 17 Bänden die ganze Aufgabe bewältigenzu können. Der leitende Gesichtspunkt sollte der entgegengesetztevon dem sein, welcher bei der einzigen bisherigen grofsen preufsischenhistorischen Publikation, bei der Herausgabe der Werke Friedrich desGrofsen, vorgewaltet hatte. Diese wollten Friedrich II. als Schrift-steller vorführen und hatten deshalb alles, namentlich auch vieleBriefe, weggelassen, was wesentlich politisches Interesse bot. Hiersollte umgekehrt der praktisch-politische Gesichtspunkt mafsgebendsein; der GrofseKurfürst sollte als Regent, Staatsmann und Feldherrdargestellt werden. —
Das Unternehmen hatte zunächst raschen Fortgang. Dem erstenBande von 1864 folgte 1865 unter dem Titel., Auswärtige Akten I" (Bd. IIdes ganzen Werkes) der von Dr. Simson bearbeitete, auf Frankreichbezügliche Band, der aber nur die Jahre 1640—67 ausführlich be-bandelt; 1866 publizierte Dr. Peter die niederländische, auf Branden-burg-Preufsen bezügliche Korrespondenz von 1646—88 als Fortsetzungdieser zweiten Folge (Bd. III des ganzen Werkes); 1867 folgte dieFortsetzung der politischen Korrespondenz von Dr. Erdmannsdörfferfür die Jahre 1645—53 (Bd. II der politischen Verhandlungen, IV desGanzen). Nun wurde die Publikation aber eine langsamere; die Geld-mittel waren nicht zu reichlich bemessen; die Zahl der brauchbarenund geneigten Mitarbeiter war beschränkt, es waren wesentlich einigeSchüler Droysens, auf deren Arbeit man angewiesen war; und dererste und treueste Mitarbeiter, Erdmannsdörffer, wurde später durchseine Lehrthätigkeit in Berlin, in Greifswald und Heidelberg gehindert,so rasch wie im Anfang zu arbeiten. Doch hat er noeh drei Bände