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ihr auf dem meeresgleichen, unabsehbaren Gebiete des Wis-sens zu ziehen gedenkt - So sprach Noema mit göttergleicherhobenem Blike und nahm hierauf mit ihrer gewohnten freund-lichen Miene Abschied von der Versammlung. — -
Hielimte Mlerredung.
Von dem Vermögen des Denkens und dessenAusbildung.
„Das Vermögen zu denken, die bewundernswürdige,beneidenswerte Fähigkeit unsere Wahrnehmungen — be-wußt und besonnen — zu mancherlei Erkenntnißen zu verbin-den und zu trennen, und sie dadurch zu Begriffen, Urtheilenund Schlüßen zu erheben, diese Gabe heißt — wie ich euchschon früher gesagt — der Verstand.- — Mit diesenWorten Hub Noema ihre lezte Unterredung an, freute sichüber die gespannte Aufmerksamkeit der Zuhörer und fuhr inihrer unnachahmlichen Sprechweise fort: „Der Verstandaber liegt, in unserem Geiste und unter unseren geistigen Kräf-ten, dem Sinne oder Wahrnehmungsvermögen gegenüber,in welchem er eingcschloßen ist, über welches er aber desun-geachret als ein edleres, höheres Geschenk des Himmels em-porragt. Dies dünkt euch vielleicht, auf den ersten Blik, et-was widersprechend zu sein, meine nun im Denken und Beur-teilen schon ein wenig geübte Schüler! Aber bedenket, daßdas Gegenüberliegen oft so viel heißt als den wesentlichenCharakteren nach verschieden sein, und das Überragen bis-weilen soviel bedeutet als in einem höheren Range stehen;sodaß sich die drei Verhältnisse des Verstandes zum Sinnerecht wol so mit einander vertragen, wie ich sie euch angege-ben, und daß eben diese Combination unsere ganze Bewun-derung verdient.
Der Verstand äußert sich aber — wie wir bereits frü-her gesehen — in dreierlei Funktionen oder Operationen, die