gm dieser drei kardinalen Punkte die drei Hauptstükeder Logik." So sprach Noema, und die Versammlungtrennte sich.
Zweite Unterredung.
Von der Bildung der Begriffe.
Als der wißbegierige Verein wieder um die erhabeneMeisterin saß, begann diese auf folgende Art: »Die ersteFormation der Gedanken, die Begriffsbildung, fallt bei je-dem Menschen in die früheste Zeit seines Lebens. Sie beginntmit Gegenständen des Gehörs und Gesichtes und besteht im-mer in der Auflösung eines Objekts in seine Theile oder Cha-raktere, und in der Wiederverknüpfung der also abgesonder-ten zu einem Ganzen. Fällt uns z. B. in der Kindheit beieinem ersten Ausfluge aus der Stadt irgend ein Gegenstandins Auge, den wir vorher »och nicht gesehen — es sei dasHaus eines Landmannes an der Straße — so haben wir imersten Momente des Anschauens nur eine Wahrnehmung oderSinneserkenntnis ohne Manchfaltigkeit, nur eine S e »-sation mit noch ungctheilten Elementen. Sehen wir aberjezt, entweder blos betrachtend oder aber etwa zugleich auchsprechend, auf die einzelnen Theile des Hauses, erbliken wirseine niederen Fenster, sein Dach von Stroh, seinen hölzer-nen Giebel, ein Heiligenbild über dem Eingang; so entfaltetsich unsere erste Wahrnehmung — wie dem schärferen Blikdie Nebelfieken in Sterne sich lösen — in mehre Parzellen,die wir aber jezt doch wieder durch den erwachenden Verstandund seine Formen, durch den in ihm liegenden Trieb immerund überall etwas Ganzes zu erfassen, in eine einzige Vor-stellung vereinen; und wir bilden eine Notion, bilden dieerste Art der Gedanken, bilden unS einen Begriff vondem betrachteten Hause, der ein konzeptivrr oder einBegriff der ersten Auffassung genannt wird.