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Schwelle wir stehen, aus dem Urtheilen hervorgehe, wie Iihr bei unserer nächsten Zusammenkunft sehen werdet.
Fünfte Unterredung. s
Vom Schließen.
Nachdem ich euch, Geliebte! so Hub Noema in der auf-merksamen Versammlung an — zuerst in den Vorhof desGedankens, sodann in die zwölf Hallen seines Tempels ge-führt, will ich euch jezt sein Allerheiligstes eröffnen. Hierthronet die Vernunft, die hohe'unbegreifliche Fähigkeit, die ^wir mit dem höchsten Wesen selber gemein haben, und aus ^welcher — wie das Licht des Himmels aus der Sonneströmt — die ewigen Ideen des Wahren, Schönen und Gu-ten stralen. Sie ist die höchste Potenz des Verstandes, be-wegt sich und schafft im innersten Heiligthume des menschli-chen Geistes, und ihre erste Funktion ist die Bildung derSchlüße.
Erkennen und bestimmen wir nämlich im Gedanken oderdurch das Wort irgend ein Verhältnis der Dinge aus derErkenntnis eines andern, das wir vorher in einem Urtheilefestgestellt und von dem das zweite begründet wird, so ,schließen wir; z. B. Christus wurde unter Kaiser Augustgeboren, also sind es jezt mehr als achtzehn Jahrhunderte, !daß jener Imperator regirte. Oder: Der Mond zeigt unsauf seiner Wanderung um die Erde immer nur die eineSeite, also muß er sich in acht und zwanzig Tagen um seineApe drehen. Oder: die Römer haben immer die besten undtapfersten Männer in die Provinzen geschikt, also wird wolauch der Prokonsul Favian, von welchem die Stadt Wienden Namen hat, solch ein kriegskundiger, muthiger Römergewesen sein. Oder— wie ein Held der deutschen Vorzeit imKampfgemenge ausrief: Rüdiger, der tapfere Degen, hatgeschworen, so lang er lebt, sich von seinem guten Schwerte