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vor sich sieht und in beständigem Hinblike auf dieselben beobach-tet.^ Wunderbar und zart gewoben ist der Bau des mensch-lichen Auges, aber eben so erstaunenswerth ist die Organi-sation unseres Geistes, und es ist die edelste, würdigste Be-schäftigung, über die innere höhere Natur deS Menschennachzudenken, sie immer mehr und mehr zu enthüllen und ihreTiefen immer tiefer zu erspähen. Wol sind diese Schachtereicher, als die gold- und edelsteinbergenden Eingeweide derErde; aber der schwache, dem irdischen Leben zu anhäng-liche Sohn des wankenden Planeten, schazt und sucht die imSchranke seiner Mutter hinterlegten Kleinodien mehr alsdiejenigen Reichthümer, die er in seinem eigenen innerenWesen birgt. In den dunklen Abgrund der Bergeskluft istsein gieriger Blik gerichtet, seine eigenen, größeren Schäzekennt und achtet er nicht; die Goldklumpen aus dem schlam-migen Grunde zu wühlen, sieht man sie nach fernen Weltenrennen, die Juwelen seines Geistes ans Licht zu bringen,kommt nur Einem aus Millionen in den Sinn. Und dennocherfodert es die sittliche Würde des Menschen, daß er seineVorzüge kennen lerne und sich in all seiner Thätigkeit danachbenehme. Haben nicht die Ritter und Edlen der Vorzeit ihreAhnen, ihre Wappenschilde, ihre Ehrenzeichen und Vorrechtegenau gekannt, machten sie diese nicht bei jeder Gelegenheitzu ihrem ganzen Schmuk und Stolz ? wurden sie nicht durchden Heldenruhm ihrer Familie zu großen Thaten bewegt ? —und der Mensch, der Gottähnliche, das Ebenbild deS höch-sten Wesens, sollte nicht an seinen hohen Ursprung denken,nicht auf die Vernunft stolz sein, diese kostbare Prärogative,die er mit dem Ewigen gemein hat und die — vom höch-sten Throne ausgegangen — ihn mehr adelt als alle Diplomeder Welk zu thun vermögen.
»Wann aber, muß ich euch, Geliebte! jezt fragen, wirdunser Urtheil von irgend einem Dinge richtig sein, und wiesollen wir es anstellen, daß es immer wahr und giltig werde?"Als Noema dies sagte, rief Theofrast, einer der Jünglinge.-
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