zwei Momente auch bisweilen, wie in der Sprache der Rö-mer und Mexikaner sich findet, in ein einziges Wort zusam-mengedrängt sein, z. B. pluit, tonst, vosperasoit. In die-sen Urtheilen macht die Vorstellung eines Verhältnißes selberdas Subjekt, die Vorstellung dagegen des Daseins, Ein-tretens oder Eingetroffenseins diese- Verhältnißesdas Prädikat aus, welche beide Vorstellungen aber so innigmit einander verschmolzen sind, daß der Sprachgebrauch sienur in einem einzigen Worte ausdrükt. — Wir stellen aberdiese beiden Glieder, nach den verschiedenen Verhaltungsar-ten der Dinge und zugleich nach den mit diesen Verhältnißenübereinstimmenden Gesezen unser- Denkens, nach der Naturunsers Geistes, die mit der Natur derDinge über-haupt harmonirt, auf eine verschiedene Weise einandergegenüber und mit einander zusammen; so daß es zwölf ur-sprüngliche Stammurtheile, oder zwölf von jeher inunserm Geist und Verstand liegende Formen des Urtheilensund der Säze gibt, wie ich euch jezt zeigen werde.
Fürs erste nämlich sprechen wir, urtheilend, entwedernur von dem einen, oder von mehren oder von allen Dingeneiner Gattung, d. i. wir bemerken irgend ein Verhältnis ent-weder nur an einem Einzeldinge, oder an einem Inbegriffmehrer Individuen, an einer Art, oder endlich an einem In-begriffe mehrer Arten, an einer Gemeinschaft oder Gesammt-heit vieler singulären und spezielen Objekte, somit an einerGattung, und sprechen daher — wie man auch im gemeinenLeben sagt — entweder vom Jndividuelen, oder vom Spe-zielen oder vom Allgemeinen einer Wesenreihe; z. B. Wienhat von dieser Terraße aus gesehen, einen schönen und großar-tigen Anblik. Es gibt im Kaiserthum mehre Hauptstädte,die etwas Imposantes zeigen; und alle haben mit ihren ge-tünchten Häusern und Thürmen ein heiteres Aussehen. Oder:Der Erbauer dieses Palastes, Eugen von Savoyen, war ei-ner der größten Helden seiner Zeit; es gab wol unter seinenLandsleuten auch noch einige Andere mit einem ausgezeichne-