Triebe — jede unserer Verstellungen an irgend ein äußeresZeichen zu knüpfen, das innere unsichtbare Eigenthum äußer-lich wahrnehmbar zu machen, dadurch Andern mitzutheilenund zugleich uns selbst zu erhellen, zu erhalten und zu Ge-danken zu bilden. Und so streben wir auch für jeden unsererBegriffe, sobald er geformt ist, in dem lebendigen Wort ei-nen schiklichen Ausdruk zu finden. Dieser gibt — wenn erunS gelingt —. so viel als möglich das wesentliche oder vor-nehmste Merkmal des begriffenen Objektes an l> potioriüt ilenaminntio) und ist oft sogar im Klange des Wortesder Natur und dem Charakter des zu bezeichnenden Dingeshomogen, wie die Ausdrüke: »Wolsein, Wolwollen, Scharf-blik, Trübsinn u. d. g." zeigen. Dadurch wird unser Ausdrukklar, richtig, bezeichnend, schiklich, passendoder der Sache angemeßen, und daher zur Fortbildungunserer Begriffe brauchbar. Fehlerhaft dagegen ist die dunkle,unrichtig angebende und daher dem Denken hinderliche Er-preßion, weil sie entweder von einer Nebensache oder wol garvon einem äußern Umstand des zu bezeichnenden Objekrshergenommen ist, der den Merkmalen dieses so ferne liegt,daß man dabei an den rechten Gegenstand gar nicht zu den-ken kommt. Von der Art sind die irrigen Benennungen:Wallfisch, Vielfraß, Sonnenstillstand, kaspisches Meer,Naturgeschichte, Anatomie, Chemie, Mathesis, während da-gegen die Namen: Gr'oßenlehre, Denklehre, Wahrnehmungs-lehre, Naturalienkunde, Erdkunde, Weltkunde, oder die grie-chischen Ausdrüke: Telegraf, Fotograf, Panorama, Päda-gog, Misanthrop, eines der wesentlichen Merkmale ihres Ob-jektes herausheben und dies daher ohne Erklärung deutlich zuerkennen geben.
»Bliken wir aber" fuhr Noema mit ihrem Beispiele ei-ner Begriffsbildung beim Kinde fort — »nach diesem erstenGewinn unsers Ausfluges weiter umher und entdeken an derSeite des Hauses einen Garten, von dem wir uns ebensowie vorhin vom Hause selbst durch Zergliederung der einzel-