So ein konzeptiver Begriff ist immer eine deutlicheVorstellung, d. i. solch ein Geistesbild, durch welches wir dieeinzelnen Merkmale des Gegenstandes erkennen und anzuge-ben wissen; während die der Entfaltung in ihre Charakterevorhergehende, blos sinnliche Wahrnehmung, wo wir nur ei-nen ungetheilten, noch unentwikelten Eindruk aufnahmen, undden Gegenstand zwar von den andern Objekten unterschieden,aber seine Theile oder Kennzeichen noch nicht anzuführen wuß-ten, nur eine klare Vorstellung zum Gefolge haben konnte.
Hätten wir aber auch diesen Vortheil nicht, könntenwir den Gegenstand unserer Betrachtung noch nicht von denübrigen Unterscheiden, so wäre unsere Wahrnehmung undVorstellung eine dunkle, und läge noch auf der niederstenStufe der Geisteshellung. Diese Gradation von dunkel, klarund deutlich, die — in den parallelen Stufen unsers Bewußt-seins gegründet — auf alle Arten unsers Erkennens über-geht, ist im Wahrnehmen durch das Gesicht am Eminen-testen ausgesprochen und daher Jedem von euch schon ohnemeine Belehrung verständlich; aber sie wird euch noch Hellerwerden, wenn ihr jezt, wie es der Wissenschaft geziemt undich euch schon den Fingerzeig gab, mit Fleiß darauf achtet,daß wir dunkle oder verworrene Wahrnehmungen dann ha-ben, wenn mir die vor uns liegenden Objekte noch nicht ent-wirren, von einander noch nicht sondern können, etwa so wieeine Landschaft bei anbrechendem Tage vor uns liegt; daßaber diese Sinneseindrüke klar werden, sobald wir den einenbetrachteten Gegenstand von den übrigen unterscheiden, etwaso wie eine Gegend bei Sonnenaufgang uns erscheinet; daßwir endlich eine deutliche Vorstellung und zwar zuvördersteinen konzeptiven Begriff von einer Sache erlangen, sowieunser Geistesblik, das innere Auge, der Verstand, das Ob-jekt in seine Partial-Momente, seine Charaktere auflöst undwir dadurch von jedem dieser Merkmale eine klare Vorstel-lung erlangt haben.
Wir bemühen uns — nach einem dem Geist ,'nwohnenden