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Die theologische Fakultät der Universität Berlin in Vergangenheit und Gegenwart
Entstehung
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Schüler Schleiermachers. auf dessen Anregung er 1813 vonHeidelberg nach Berlin berufen wurde, wo er bis zu seinemTode, i. J. 1850, in grossem Segen wirkte. Neander isteiner der bedeutendsten Kirchenhistoriker der neueren Zeit,ja, er gilt mit Hecht als der Vater der neueren Kirchen-geschichte. Wie er selbst sagt, war es das Hauptziel seinesLebens und seiner Studien,die Geschichte der Kirche Christidarzustellen als einen sprechenden Erweis von der göttlichenKraft des Christentums als eine Schule christlicher Erfahrung,eine durch alle Jahrhunderte hintönende Stimme der Er-bauung, der Lehre und der Warnung für alle, die hörenwollen. Durch seines grossen Lehrers Schleiermacher Ge-danken war er wesentlich in seiner ganzen Theologie be-einflusst, wenn er auch in der Christologie über ihn hinaus-ging. Das Christentum ist auch ihm nicht Lehre, sondernLeben und Kraft. Das Ziel der christlichen Keligion istnach dem oft von ihm gebrauchten Gleichnis vom Sauerteig:Durchdringung aller mit dem göttlichen Leben. Die Auf-gabe- der Kirchengeschichte ist die Beschreibung dieses Durch-säuerungsprozesses. Neanders Vorlesungen waren exegetischen,kirehen- und dogmengeschichtlichen Inhalts. Nach Schleier-machers Tode las er auch Ethik. Sein gegen David StraussgerichtetesLeben Jesu räumt der krititischen Einleitungs-wissenschaft ihre Rechte ein, ohne den Christus des Glaubenspreiszugeben.

Neben seinem bedeutendsten Werke,Allgemeine Ge-schichte der christlichen Religion und Kirche sind besondersseine monographischen Arbeiten über Julian, den heiligenBernhard u. a. von hervorragendem Werte. Seiner litte-rarischen Thätigkeit ging eine ebenso einflussreiche persön-liche Wirksamkeit zur Seite. In weiteren und engerenKreisen ist er Unzähligen zum reichen Segen geworden. Ge-nannt seien nur Männer wie Hagenbach, Herzog, JuliusMüller, der französische Theologe Merle dÄubigne, Ullmann,Tholuck, Wiehern, Sieffert, Thomasius und Olshausen. ImSterbehause Neanders sprach über Joh. 21, 7 Oberhof-prediger Strauss, Verfasser der bekanntenGlockentöne,längere Zeit praktischer Theologe und Leiter des homiletischenSeminars. Einer der begeistertsten Schüler desselben, fürdessen Entwicklung er in hohem Grade massgebend wurde,war Friedrich Arndt, der berühmte Prediger der Parochial-kirche in Berlin, durch den auch die Sylvesterpredigten inder Hauptstadt recht populär wurden.

Tholucks, desStudenten vaters Hauptwirksamkeitgehört zwar Halle zu, aber die vier Jahre, während welcherer bis 1825 in Berlin dozierte, zugleich für Mission undBibelsache sehr thätig war, sind die .begründenden für die