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officiers, der drei Jahre lang einer Ansiedlung von Sträflingenim Inneren des Landes Vorstand. 1 )
Wohl war es ein schweres Amt, was er da zu versehenhatte. Er sollte die kleine Colonie erst gründen, und man hattedazu von Frankreich eine Anzahl eiserner Häuser geschickt, diebei der tropischen Hitze natürlich unbrauchbar waren. Bevor erdie Deportirten nach „Sainte-Marie“, der neuen Ansiedlung, kommenHess, mussten Soldaten und Neger ein paar grosse Blockhäusererrichten, und zwar auf einem Unterbau von Steinen, um sie vorder Feuchtigkeit so weit als möglich zu schützen. Denn derHauptfeind der Menschen in Guyana ist der giftige Nebel, derdes Abends aus dem Boden aufsteigt und das ganze Land wiein ein Leichentuch hüllt. Ihm widersteht auch die Natur desKräftigsten nicht.
Jusselain sah dann allmälich einige sechzig Deportirte ein-treffen, deren ganze Habe in einer Matraze und etwas Haus-geräth bestand. Auch hier mussten sie angestrengt arbeiten, er-hielten aber etwas bessere Kost, Fleisch und Wein, um sie gegendas Fieber zu stärken. Mit der Zeit wuchs die Colonie. Voneinem hohen Zaun eingesehlossen, erhoben sich sechzehn Baracken,in deren Mitte eine kleine Kirche stand. Die Wohnungen derOfficiere und Beamten, sowie das Krankenhaus befanden sichausserhalb.
Da an Flucht nicht zu denken war, Hess Jusselain denLeuten grössere Freiheit. Denn wohin hätte sich ein Flüchtlingauch retten können? Rings umher dehnte sich ein unberührtesWaldmeer in grossartiger Einförmigkeit aus. Der Wanderer,der sich ohne Compass in diese Einsamkeit wagt, ist verloren.Zwischen den hohen Stämmen, unter den immer gleichen, grünenDomeshallen müsste er sich verirren, verlieren. Er fände keinlebendes Thier zu jagen, keine Pflanze, deren Frucht ihn er-quicken könnte, denn der Boden ist nackt und ohne Vegetationin diesem seltsamen Urwald.
l ) „Armand Jusselain, un d^portd k Cayenne.“ Paris 1865. Man ver-gleiche auch das grosse Werk von Bouvier „La Guyane franfaise“. 1867.