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Jusselain sah seine Leute bald kränkeln, dann Einen nachdem Andern hinsterben. Er selbst wehrte sich, so lange es ging,bis auch ihn der tückische Dämon ergriff, und nur eine schnelleHeimkehr nach Frankreich ihn retten konnte. Seine Ansiedlungzerfiel nach kurzer Zeit.
Angesichts so trostloser Resultate verfiel man im Jahre1871, als einmal wieder Tausende zu deportiren waren, auf denGedanken, die Sträflinge statt nach Cayenne auf die Caledoni-schen Inseln im Australischen Ocean zu schicken. Numea erhieltseitdem sein Bagno mit allqu Schrecken, aller unbarmherzigenStrenge. Da aber Caledonien eine gesunde Natur hat, wächstdie Zahl der Ansiedler, und bereits macht sich bei dem stetenZufluss eine Ueberfüllung bemerkbar, welche die Verwaltung inVerlegenheit bringt.
Doch das liegt ausserhalb der Grenzen unserer Darstellung.Wir wollten nur ein kleines Culturbild aus vergangener Zeitzeichnen, das freilich grausig ist. Aber unsere heutige Zeit istja gegen Schreckenseindrücke in Bild und Wort ziemlich gefeit.Und vielleicht überschleicht die Leser das angenehme Gefühl desFortschrittes, das Bewusstsein, in einer menschlicheren Zeit zuleben. Oder sollte eine genauere Vergleichung von Einst undJetzt dieses Selbstgefühl als eine Selbsttäuschung erscheinenlassen?
Aber Eines glaube ich sagen zu dürfen. Ein Zug der Härteund Gewaltthat geht durch die Geschichte der romanischenVölker. Ohne sich pharisäisch brüsten zu wollen, darf derDeutsche doch mit Genugthuung daran denken, dass er auf seinemheimischen Boden nie solche Anstalten, wie das Bagno, ge-kannt hat.
-«A/WV"