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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
Entstehung
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Das Königthum.

Unsere Andeutungen über den Charakter und die herr-schenden Ideen jener Epoche, die uns beschäftigt, lassen diemächtige Stellung erkennen, welche das französische Königthumdamals einnahm. Die Geschichte Frankreichs scheint währenddes siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts in der Geschichtedes französischen Königthums fast völlig aufzugehen, und dieserkaum abzuwendende Eindruck enthält zugleich eine schwere An-klage sowie ein strenges Urtheil. Gerade jene, welche eine lang-sam aber sicher fortschreitende Entwicklung des Staates wün-schen, welche in dem Umsturz der Monarchie und den darauffolgenden unstäten Verhältnissen, den wie im Fieber vollzogenenUmwälzungen ein Unglück für das Land erkennen, gerade siemüssen in die Klage über das Vorgehen des Königthums ein-stimmen.

Eicht immer waren die Könige so unumschränkt gewesen,und selbst die ersten Bourbonen hatten keine solche Stellung,wie ihre Enkel und Urenkel. Aber die ganze Entwicklung desStaates drängte in Frankreich seit lange einem solchen Ergeb-niss zu.

Im Feudalstaate hatten die Könige in ihren Vasallen eifer-süchtige und gefährliche Gegner gefunden. Aber von starkemWillen getragen und mit klarem Ziel, hatten sie die uneinigenWidersacher besiegt, und in langem Ringen ihre Macht aufsicheren Grund gestellt. Ein grosses Kronlehen nach dem an-deren war eingezogen worden, und schon 1374 bestimmte KönigCarl V., dass die Prinzen des Herrscherhauses künftig nichtmehr mit grossem Landbesitz — Grafschaften oder Herzog-