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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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an einer eisernen Stange am Fusse des Lagers angekettet. Einewollene Decke war Alles, was ein Jeder zur Erwärmung erhielt.Eine Zeit lang dürfen sie hier miteinander plaudern, dann ertöntein Pfiff und jede Unterhaltung muss verstummen. Ein Aufsehermit geladenem Gewehr steht Wache an der Thür, und die Peitscheahndet sofort jede Uebertretung der Vorschriften.

Doch vorüber! Wenigstens wissen wir, dass heute nur dasGesetz spricht und keine Willkür arme Vagabunden hieherschicken, oder Sträflinge, die ihre Zeit verbüsst haben, zurück-halten kann. Und doch gab es auch zu unserer Zeit noch imBagno Ausnahmszeiten und Ausnahmsfälle. Nach dem Staats-streich hob der Prinz-Präsident die eigentlichen Bagno-Anstalten,deren es ausser zu Toulon auch zu Brest und Rochefort gab,auf und führte dafür die Deportation nach Cayenne ein (1852).Nur das Bagno in Toulon blieb als Durchgangsstation bestehenund hatte, wenigstens zur Zeit des zweiten Kaiserthums, fort-während eine Bevölkerung von 3000 bis 4000 Menschen. All-jährlich deportirte man in einigen Schiffsladungen etwa 1200Leute, aber eben so gross war der jährliche Zuwachs. Unter denGefangenen und Deportirten fanden sich damals auch Männer,die wegen politischer Verbrechen verdammt worden waren, undfür sie gestaltete sich das Leben oft doppelt hart. Unter Anderenwurde Delescluze, der später auf den Barricaden der PariserCommune fiel, im Jahre 1853 wegen Theilnahme an einergeheimen Gesellschaft zu vier Jahren schwerer Haft verurtheilt.Nach der erwähnten Verordnung vom December 1851 konnteaber Jeder, der wegen solcher Theilnahme verdammt worden war,nach Verbüssung seiner Strafe auf zehn Jahre nach Cayennedeportirt werden, was eine eben so grausame wie willkürlicheVerschärfung des Gesetzes war. Dieses Los traf auch Delescluze,der die Leiden seiner Deportationszeit in einem packenden Buchebeschrieben hat. Schon sein Transport nach Toulon in einemZellenwagen war eine Folter. „Nie werde ich die furchtbareNacht vergessen“, sagt er, „die ich in dem Höllenwagen ver-brachte. Immer noch sehe ich die gelb und weissen Kleider vormir, die Gesichter, die den Stempel der Ausschweifungen und desVerbrechens trugen, und die hinter ihren Gittern Fratzen schnitten.