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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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Wind. Das ganze Schiff aber prangte bei festlichen Gelegen-heiten im Schmucke von Wimpeln und Flaggen, die das Ab-zeichen des Besitzers trugen.

Die Galeeren waren zwar mit zwei Masten ausgerüstet undspannten bei günstigem Winde ihre Segel aus, allein ihre Be-deutung lag in der Möglichkeit, unabhängig von den Launendes Windes und der Wellen, die Meeresfläche zu durchschneiden.Ihre Kraft lag in den 260 Ruderern, die sie gewöhnlich an Bordhatte, und deren Kunst das Schiff mit grosser Schnelligkeitdahintrieb und seinen Bewegungen die Anmuth eines stolz dahinschwimmenden Schwanes verlieh. Die Ruderer tragen rotheJacken und rothe Mützen, um ihrerseits die Harmonie der Farbennicht zu stören, und es machte einen eigenthümlichen Eindruck,wenn sie auf ein Zeichen der Befehlshaber die Ruder erhobenund zum Grusse in abgemessenem Rhythmus den heulendenRuf: „Hu! Huhu!“ hören liessen.

Fand sich eine ganze Flotte dieser Schiffe zusammen, soordnete sie sich gewöhnlich in zwei oder drei Reihen, die hinter-einander folgten. In der Mitte der ersten Linie, doch etwasvoraus, fuhr der „Galeerengeneral“ auf dem Hauptschiffe, dasetwas grösser und stattlicher, als die anderen Galeeren war. Einsolches Geschwader musste das Auge fesseln, so gewaltig undzugleich gefällig erschien es. Wer aber tiefer sehen konnte, dererblickte entsetzliches Elend, unendliches Weh, und in der langen,langen Chronik menschlicher Barbarei und menschlichen Un-glückes bildet die Geschichte der Galeeren einen der traurigstenAbschnitte.

Seit ältester Zeit bildete die Galeere das eigentliche Kriegs-schiff des Mittelmeeres. Die Triremen der Hellenen mögen sichin ihrer Form und Ausrüstung von den Galeeren des Mittelaltersnicht allzusehr unterschieden haben. Rudern mussten dort wahr-scheinlich verurtheilte Verbrecher und mehr noch kriegsgefangeneSklaven. Wenigstens erzählt Plutarch in seiner LebensbeschreibungLysander’s, dass Philokles, ein athenischer Feldherr, vorschlug,allen Kriegsgefangenen den Daumen der rechten Hand abzu-hauen, damit sie zwar nicht mehr die Lanze, wohl aber nochdas Ruder führen könnten. Freie Männer scheint man zum