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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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Ruderdienste nur im Nothfalle angeworben zu haben. Die Römer,die kein wahrhaft seetüchtiges Volk waren, Hessen ihre Flottebald ganz verfallen, und erst im Mittelalter begegnet man wiedertüchtigen Seeleuten und Kriegsflotten. Die Venetianer, Genuesen,Malteser, Türken, die afrikanischen Raubstaaten und später auchdie Spanier und Franzosen kämpften um die Herrschaft überdas Mittelländische Meer, und ihre Flotten waren lange Zeithauptsächlich aus Galeeren gebildet.

Aus dem Atlantischen Ocean waren diese Schiffe zwarnicht grundsätzlich verbannt, aber sie waren dort doch seltenerim Gebrauche, weil die Wogen des Oceans grösser, die Stürmegewaltiger sind, und daher Segelschiffe geeigneter erschienen.

Eine Galeere hatte eine Länge von 125 bis 160 Fuss beieiner Breite, die zwischen 18 und 30 Fuss schwankte. Sie ragtenur etwa 3 Fuss über den Wasserspiegel empor und ihr Tief-gang war kaum bedeutender. Auf den beiden Längsseiten waren10 Fuss lange Querbänke angebracht, die je 4 Fuss von einandergetrennt waren und deren jede fünf, sechs, wohl auch siebenRuderern Platz gewähren musste. Derlei Bänke gab es gewöhn-lich 26 auf jeder Seite, und jede Bankgenossenschaft hatte zu-sammen ein Ruder zu führen. Aus dem besten und härtestenHolz gearbeitet und 40 Fuss lang, war ein solches Ruder schwerzu handhaben, und die Aufgabe wurde für den Ruderer umsohärter, je weiter er nach dem Ende des Ruders zu sass.

In der Mitte des Schiffes und etwa 2 Fuss erhöht, lief einschmaler Gang zwischen den Bänken hin, und ausserdem wareine Laufplanke an Bord längs der Schiffswand angebracht. Daswaren die Plätze für die Officiere und Aufseher, die hier auf-und abgehen konnten, ohne die Ruderarbeit zu hemmen. Aufdem Hinterdecke erhob sich ein kleiner Bau, der ein paar Zellenfür den Capitän, die Officiere und Beamten enthielt. In weiterenKammern, die sich unter dem Decke befanden, waren die Vor-räthe, das Pulver, die Ersatztaue untergebracht. Auch warendaselbst eine Küche, ein Lazareth eingerichtet und ausserdem zweiRäume von 8 bis 10 Fuss im Gevierte, in welchem die Matrosenund Soldaten des Schiffes, wie die Häringe zusammengedrängt, ihrLager hatten. Die Matrosen waren zur Handhabung der Segel