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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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seines Vaters Art gewesen war. Er ging wie ein Bauer gekleidet,und bei Hof spottete man darüber. Als Conde bei der Hochzeitseines Neffen (Januar 1680) erscheinen musste, meldete Frau vonSövigne ihrer Tochter als merkwürdigste Neuigkeit, der Prinzsei rasirt erschienen, es sei keine Täuschung gewesen, und seineLeute hätten einen günstigen Augenblick benützt, um ihn zufrisiren, zu pudern und in einen Galarock zu stecken. Mit seinemGesicht, fügte sie dann hinzu, habe er freilich noch alle anderenPerrücken träger überstrahlt. Er starb am 11. December 1686 inFontainebleau, wohin er an das Krankenbett der jungen Her-zogin von Bourbon geeilt war, die an den Blattern darniederlag.Mit seinem Hinseheiden verlor die Familie den letzten Halt. SeinSohn, der nunmehrige Prinz Condö, machte sein Haus zur Hölle,am meisten noch seinen Kindern. La Bruyere’s Zögling, derendlich freigesprochen worden war, entwickelte sich gleichfallsin unangenehmer Weise, wurde heftig, sarkastisch und benahmsich oft roh. Mit einem Bekannten, dem Grafen von Fiesque,gerieth er eines Tages bei Tisch in einen Streit über eine ge-schichtliche Frage, und als er, von seinem Gegner bedrängt,nichts mehr zu antworten wusste, warf er diesem — seinemGast — als letzten triftigen Grund einen Teller an den Kopf.Man hatte überhaupt eine flinke Hand in seinem Haus, wie dasSanteuil, der Schöngeist und Hauspoet der fürstlichen Familie,zu seinem Schaden erfuhr. Er musste sich viel derbe Spässe ge-fallen lassen, und eines Tages gab ihm die Herzogin eine tüchtigeOhrfeige, schüttete ihm dann auch noch ein Glas in’s Gesicht,da ja nach dem Donner immer Regen komme. Der Herzognahm ihn 1697 mit nach Burgund, wo er den Vorsitz im Land-tage zu führen hatte. Santeuil wurde, scheint es, wie eine ArtHofnarr behandelt. Bei einem Gelage in Dijon habe man demArmen scharfen Schnupftabak in den Champagner geschüttetund ihn zum Trinken gezwungen. So erzählte man sich, undgewiss ist, dass Santeuil zu Dijon nach kurzer qualvoller Krank-heit starb.

La Bruyere blieb im Hause Condd, auch nachdem er seineAufgabe beendet hatte. Es ist wohl nicht zweifelhaft, dass dieUebermüthigen ihr Spiel auch mit ihm versuchten, aber ebenso